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Der Genfer Ölgigant und Nigerias «Playboy»

Der Schweizer Rohstoffhändler Vitol hat sich Öl in Nigeria gesichert. Am Anfang steht Milliardär Kola Aluko, gegen den das FBI ermittelt.

Kola Aluko umgibt sich gerne mit Promis, hier mit Schauspieler Jamie Foxx in New York.
Kola Aluko umgibt sich gerne mit Promis, hier mit Schauspieler Jamie Foxx in New York.
Illustration: Viviane Futterknecht, Bild: Daniel Zuchnik/WireImage

Autor: Catherine Boss, Mitarbeit: Karlijn Kuijpers

Am Boulevard du Pont-d’Arve 28 in Genf prallen Lebenswelten aufeinander. Im Erdgeschoss des 80er-Jahre-Baus hat sich der Latino-Club Ibiza eingerichtet; im selben Gebäude findet man auch eine Billardhalle, eine Filiale des Bräunungsstudios Centre Azur, ein Chic-Chicken- Fast-Food-Restaurant – und eines der umsatzstärksten Unternehmen der Schweiz. Im fünften Stock arbeiten die Trader des international grössten unabhängigen Ölhändlers Vitol, die täglich gegen 7 Millionen Fass Öl verschieben und 250 Supertanker kontrollieren.

Der Konzern ist ein Gigant, der mit weltweit 40 Büros voriges Jahr 152 Milliarden Dollar umsetzte. Das entspricht einem Viertel des gesamten Bruttoinlandprodukts der Schweiz. Aber Vitol ist eine Blackbox. Weil das Unternehmen mehrheitlich rund 350 Mitarbeitern gehört, gibt es keine Börsen-Offenlegungspflichten. Und das bedeutet in einer an sich schon verschwiegenen Branche, dass die Geschäfte des schweizerisch-holländischen Konzerns besonders im Verborgenen geschehen.

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Das ändert sich nun – zumindest in einem Fall: In den Paradise Papers finden sich Dokumente eines heiklen Vitol-Geschäfts in Afrika, das dank dem Datenleck erstmals bekannt wird.

Es ist der 26. Juni 2015, als David Fransen, Geschäftsführer von Vitol Schweiz, in Genf vier Stockwerke oberhalb des Ibiza-Clubs mit blauem Stift und dynamischer Schrift zwei Verträge unterschreibt. Sie geben Vitol ab Februar 2016 das Recht auf einen Ölschatz im nordwestlichen Nigerdelta von Nigeria. Aus den Bohrlöchern sprudeln dort jeden Tag 51 000 Fass Öl, raffiniert reicht das, um rund 45 000 Mittelklassewagen einmal vollzutanken.

Hier wurden die heiklen Deals unterschrieben: Das Vitol-Hauptquartier in Genf. Foto: Georges Cabrera
Hier wurden die heiklen Deals unterschrieben: Das Vitol-Hauptquartier in Genf. Foto: Georges Cabrera

In Nigeria sind Öl- und Gaskonzessionen nummeriert. Der Vertrag in den Paradise Papers sichert Vitol die Abnahme von bis zu 55 Prozent des Öls aus den Bohrlöchern 4, 38 und 41 zu. Das Abbaugebiet umfasst im Nigerdelta 2650 Quadratkilometer.

Eine ökologische Katastrophe

Das Delta war einst bekannt für seine Naturschönheit. Es beherbergt die grössten Mangrovenwälder des Kontinents. Doch nach 50 Jahren Ölförderung ist aus dem Naturparadies im Süden ein Ölsumpf geworden. Auch das Öl aus den Bohrlöchern im Nordwesten floss lange Zeit durch marode Pipelines in den Süden. Der WWF schrieb in einem Report 2014 von einer ökologischen Katastrophe. Das daraus resultierende Elend der Bevölkerung stehe in starkem Kontrast zu den Profiten aus der Erdölproduktion.

Vitol erhält die Rechte nicht umsonst, das zeigen die Paradise Papers. Um ins Geschäft zu kommen, unterschreibt Fransen an jenem Juni-Tag einen zweiten Vertrag. Darin sichert der Rohstoffriese dem Geschäftspartner in Nigeria einen Kredit in der Höhe von 25 Millionen Dollar zu.

Ölrechte gegen Millionenkredit, heisst der Deal.

Solche Vorfinanzierungen kommen in dieser Welt vor, denn kleineren Firmen im Rohstoffgeschäft fehlt es an Kapital, die Banken sind zurückhaltend, wenn es um Kredite für Unternehmen aus Ländern geht, die instabil und von Korruption gebeutelt sind. Die grossen Rohstoffkonzerne springen in die Bresche und stechen damit Konkurrenten aus. Interessant sind die von Fransen unterschriebenen Papiere nicht nur, weil es um Öl aus einem notorisch korrupten Land geht, sondern auch, weil die Firma auf der Gegenseite Seven Energy International heisst. Auf ihr liegt ein Schatten der Vergangenheit, den sie nicht loswird.

Ihr Hauptsitz befindet sich auf der Insel Mauritius im Indischen Ozean – an einer Adresse, wo mehrere Hundert andere Firmen registriert sind. Ein Hinweis, dass es sich um Briefkastenfirmen handelt, die von anderswo gesteuert werden. Tochterfirmen gibt es auf den Britischen Jungferninseln, auf Bermudas und in Lagos, Nigeria. Die eigentlichen Büros sind in Lagos und London.

Seven Energy ist eine von zwei Firmen, die 2010 vom nigerianischen Staat Ölbohrrechte erhalten hat, welche der Chef der nigerianischen Zentralbank später scharf kritisiert und als verfassungswidrig bezeichnen wird. Ein nigerianischer Privatermittler beschreibt Seven Energy Jahre später in einem Brief an die US-Börsenaufsicht SEC als «reine Front». Es sind keine Untersuchungen gegen Seven Energy bekannt. Doch gegen den Mann, der bei Seven Energy die Verträge ursprünglich eingefädelt hat, ermittelt jetzt das FBI. Und trotzdem steigt Vitol 2015 in dieses Geschäft ein.

Alles beginnt 2010, und eine zentrale Figur ist ein Mann aus Lagos: Kola Aluko, geboren 1969, Sohn einer Apothekerin und eines Geologen, acht Geschwister. Er achtet auf seinen Auftritt, auf Fotos ist sein Bart stets akkurat geschnitten, Anzüge und Krawatten sitzen. Seit Jahren ist er im nigerianischen Ölgeschäft, ab 2007 als Co-CEO und Aktionär bei Seven Energy.

Er steht im Mittelpunkt: Milliardär Kola Aluko. Foto: Getty
Er steht im Mittelpunkt: Milliardär Kola Aluko. Foto: Getty

Spätestens 2010 hat er Kontakte in Regierungskreise geknüpft, genauer ins Umfeld der Ölministerin. Und das ebnet ihm den Weg zum richtig grossen Geld.

Die staatliche Ölbehörde von Nigeria tritt 2010 Rechte an elf Ölbohrgebieten an die eigene Energiefirma NPDC ab. Wert: rund 6 Milliarden Dollar. Doch NPDC baut den Rohstoff nicht selber ab. Es soll an Geld und technischem Wissen fehlen. In dieser Situation bringt Kola Aluko Ölministerin Diezani Alison-Madueke dazu, mit Seven Energy und einer zweiten Firma namens Atlantic Energy, welche Aluko eigens dafür gegründet hat, für den Staat unvorteilhafte Verträge abzuschliessen – sogenannte Strategic Alliance Agreements, kurz SAA.

Seven Energy verpflichtet sich, die Produktion von 55 Prozent des NPDC-Öls aus den Bohrgebieten 4, 38 und 41 im Nigerdelta zu finanzieren. Im Gegenzug kann das Unternehmen nicht nur diese Finanzierung decken, sondern zusätzlich mindestens 30 Prozent des Profits abschöpfen – beim Verkauf des dem Staat Nigeria gehörenden Öls, auf das nun Vitol zugreift. Die SAA-Verträge ­gewähren den Firmen zudem besondere Steuervorteile.

Eigentlich hätte das Geschäft Nigeria Milliardensummen in die Staatskasse spülen sollen. Doch der Geldsegen bleibt aus.

82-Millionen-Jacht

Mit einem dicken Stapel an Bankdokumenten unter dem Arm erstattet der Chef der nigerianischen Zentralbank 2014 dem Parlament einen Besuch ab und berichtet von einem Skandal. Das Geld, das aus den SAA-Verträgen mit den beiden Firmen in die Staatskasse hätte fliessen sollen, sei zum Teil in private Hände gelangt. Es bestehe der Verdacht, dass diese Verträge verfassungswidrig und illegal seien, sagt er.

Der Bankchef zweifelt daran, dass die beiden Firmen technisch und finanziell für den Job gerüstet seien und kritisiert ungebührliche steuerliche Vorteile. In einem Report ­zitiert er eine Quelle aus dem Ölministerium, die darüber berichtet, dass die ­Ölministerin eigene Kosten etwa für Flüge in Privatjets zum Teil über Öl­firmen, darunter Seven Energy, begleiche. Ein Vorwurf, den Seven Energy ­vehement bestreitet. Die Verträge sollten so schnell als möglich gekündigt werden, empfiehlt der Zentralbankchef.

Sein Frontalangriff gegen die Öl­ministerin und indirekt gegen die ganze Regierung des damaligen Präsidenten Goodluck Jonathan kommt nicht gut an. Wenig später tritt der Bankpräsident unter bis heute unklaren Umständen ab, und die Regierung stellt in einem Untersuchungsbericht fest, die Vorwürfe seien unbegründet.

Praktisch gleichzeitig avanciert Kola Aluko zum Milliardär mit Kontakten zu amerikanischen Weltstars. Einmal gibt er eine Geburtstagsparty für Leonardo DiCaprio, ein anderes Mal zeigt er sich an der Seite von Supermodel Naomi Campbell. Die Boulevard-Presse nennt ihn einen «Playboy».

Innert weniger Jahre kauft er sich eine 82 Millionen teure Jacht oder auch einen 50-Millionen-Dollar-Loft an bester Lage in New York, im «Building of the Billionaires». Der «Tages-Anzeiger» will ihn im Juli dort aufsuchen. Doch anzutreffen ist er nicht. Der Portier im Gebäude schüttelt ahnungslos den Kopf, einen «Mr. Aluko» habe er noch nie gesehen. Es besteht der Verdacht, dass er mit Immobilienkäufen Geld wäscht.

Zwischen 2012 und 2015 ersteht er allein in den USA Immobilien im Wert von 87 Millionen Dollar. In dieser Zeit finanziert er auch Liegenschaften in London und laut der Westschweizer Zeitung «La Cité» für 20 Millionen Franken ein Grundstück an der Goldküste von Lugano, an der Collina d’Oro. Ein Augenschein vor Ort zeigt, dass am Eingangstor sein Name am Briefkasten steht. Aber auch da ist Aluko nicht auffindbar.

498 000 für den Chauffeur

Strafverfolger aus Nigeria, England, den USA und der Schweiz ermitteln inzwischen gegen ihn. Die USA gehen am 14. Juli 2017 mit einer Klage gegen ihn und einen Komplizen vor.

Die US-Justiz erhebt darin dieselben Vorwürfe wie 2014 der Chef der nigerianischen Zentralbank: Alukos Firma, ­Atlantic Energy, sei für das Ölgeschäft unqualifiziert gewesen und habe vertragliche Verpflichtungen nicht eingehalten. Trotzdem seien dem Unternehmen aus dem Ölgeschäft unrechtmässig 1,7 Milliarden Dollar zugeflossen, so die FBI-­Ermittler.

Die New Yorker Fahnder beschuldigen Aluko der Korruption. Beschlagnahmte Bankdokumente zeigen, wie der Ölmagnat und sein Komplize für rund 14 Millionen Franken Immobilien für die ehemalige nigerianische Ölministerin gekauft haben. Und das zum Teil nur wenige Wochen oder Tage vor Abschluss der umstrittenen Ölverträge. Er kaufte für sie auch zwei Fitnessmaschinen für 26 935 Franken oder finanzierte ihren Chauffeur für 498 000 Franken.

Die US-Justiz, Londoner Korruptionsermittler und ein Staatsanwalt in Genf sind hinter Alukos Geld her. Auch das höchste Gericht in Lagos hat international die Sperre seines Vermögens verlangt – darunter 67 Millionen Dollar auf Schweizer Bankkonten. Und seine Anteile an Seven Energy.

Damit ist Seven Energy verbunden mit einem der weltweit meistgesuchten mutmasslichen Geldwäscher. Er hat für die Firma die umstrittenen Verträge ergattert und mitunterzeichnet. Und er ist nach wie vor Aktionär.

Aaron Sayne, Privatermittler in Washington, spezialisiert auf Korruptionsbekämpfung und Nigeria-Kenner, sagt: «Das FBI schreibt in der Klageschrift, ­Atlantic und Aluko benutzten die SAA-Verträge, um Schmiergelder zu bezahlen und staatliche Ressourcen zu stehlen. Aluko unterzeichnete die gleiche Art von Vertrag mit derselben Regierung für Seven Energy nur wenige Monate zuvor.» Das gebe zu denken. «Ich sage nicht, dass Seven Energy identisch vorging wie Atlantic. Aber wenn ich Vitol wäre, sähe ich mir Seven Energy sehr ­genau an, bevor ich mit der Firma Geschäfte machen würde.»

An der Goldküste in Lugano besitzt Aluko eine Villa. Foto: Catherine Boss
An der Goldküste in Lugano besitzt Aluko eine Villa. Foto: Catherine Boss

2012 stieg Aluko aus dem Management von Seven Energy aus. Wie gross sein Aktienanteil heute ist, bleibt unklar. Laut Informationen von Seven Energy besitzt er lediglich ein Prozent. Ein nigerianisches Gerichtspapier schreibt ihm und einem Mitbeschuldigten für das Jahr 2014 zehn Prozent der Aktien zu.

Zudem ist er auch Aktionär von Exoro Energy Holdings auf Mauritius, die 49 Prozent der ordentlichen Aktien von Seven Energy hält. Doch die Besitzverhältnisse sind unklar. Der Besuch beim Handelsregisteramt auf Mauritius bleibt ergebnislos. Dort findet sich lediglich ein Zettel, auf dem handschriftlich die Adresse vermerkt ist – dieselbe Anschrift wie Seven Energy und Hunderte weitere Briefkastenfirmen.

Seven Energy distanziert sich auf Anfrage von Aluko und verweist darauf, dass nicht die ordentlichen Aktionäre, sondern grosse Darlehensgeber in der Firma Gewicht hätten. Exoro Energy Holdings und Aluko seien unbedeutend.

Die Paradise Papers geben über Geldflüsse der Firma keinen Aufschluss.

Seven Energy scheint finanziell in einem Engpass zu sein. Der nigerianische Hauptterminal für Öl war wegen Angriffen von Rebellen von Anfang 2016 bis vor kurzem geschlossen. Der Öl­export war deshalb gestoppt. Anfang Jahr gab Seven Energy bekannt, dass man Fristen für Kreditrückzahlungen an Geldgeber nicht mehr einhalten könne. Und zurzeit versucht der staatliche nigerianische Ölkonzern NPDC, der Firma die SAA-Verträge wegzunehmen. Seven Energy habe Zahlungsverpflichtungen nicht eingehalten, heisst es in Lagos. Wie viel Geld deshalb in der Staatskasse fehlt, wollen aber weder NPDC noch Seven Energy auf Anfrage sagen.

Seven Energy bestätigt den Vertrag mit Vitol, wegen des geschlossenen Terminals sei bisher kein Öl geflossen und der von Vitol zugesicherte Kredit noch ausstehend. Vitol sagt, die Führungsriege von Seven Energy sei im Ölgeschäft erfahren. Als man mit der Firma ins Geschäft gekommen sei, hätten zudem Investoren wie die Weltbank und die Regierung in Singapur ebenfalls investiert. Die Weltbank habe strenge Vorschriften. Weiter entsprächen die von Vitol durchgeführten Hintergrundabklärungen den internationalen Standards. «Vitol geht keine Geschäfte mit korrupten Firmen ein», sagt der Schweizer Ölkonzern. Zudem habe das Parlament in Nigeria 2014 die Vorwürfe des Zentralbankpräsidenten zurückgewiesen.

Bis zum Eingang der New Yorker Luxusappartments: So liefen die Recherchen zu den Paradise Papers. Video: Irina Fehlmann, Lea Koch, Marco Pietrocola

Marc Guéniat, Rohstoffspezialist der NGO Public Eye, relativiert. «Die Anschuldigungen des Zentralbankchefs wurden in den Wind geschlagen. Doch nun hat Nigeria eine neue Regierung, und es sind neue Ermittlungen im Gang.» Dies habe mit den USA in einem ersten Schritt zu den Vorwürfen gegen Aluko geführt. Niemand wisse, wohin die weiteren Untersuchungen führten.

«Ich kann es nicht fassen»

Olanrewaju Suraju ist in Nigeria ein bekannter Privatermittler und Antikorruptionsspezialist. Der 46-Jährige mit kahl geschorenem Kopf und scharfem Blick sucht Alukos Geld. Er ist Vorsitzender der Organisation Human and Environmental Development Agenda. Die Organisation hat Beobachterstatus bei der UNO. Ungläubig steht er Mitte September beim Eingangstor des Grundstücks im Tessin mit Alukos Namen am Briefkasten. Während Surajus Blick über den Luganersee schweift, sagt er: «Ich kann es nicht fassen. Meine Leute zu Hause leben von praktisch nichts, und Figuren wie Aluko leisten sich so etwas.»

Er kritisiert die Weltkonzerne. «Allein die Tatsache, dass Vitol ein Geschäft eingeht, das aus den von Aluko eingefädelten Verträgen stammt, ist unglaublich.» Es brauche nicht nur den Kampf gegen Schmiergeld in seinem Land. Das Übel werde erst aus der Welt geschaffen, wenn Konzerne der reichen Länder sich klar distanzierten von Geschäften, in denen ein Korruptionsrisiko bestehe.

In den nächsten Jahren wird in der Schweiz die Frage breit diskutiert werden, wie viel Verantwortung Konzerne haben, die im Geschäft mit Rohstoffen aus beispielsweise afrikanischen Ländern sind. Der Bundesrat will etwa das Aktienrecht revidieren. Dabei sollen die Finanzströme der Rohstoffbranche transparenter werden – aber nur für die Rohstoffproduzenten und nicht die Händler.

Vitol-Chef David Fransens Haltung ist klar, als er letztes Jahr in seinem Büro in Genf dem Fernsehen SRF ein Interview gibt. Es brauche nicht mehr Transparenz. Es bringe der afrikanischen Bevölkerung nämlich nichts, wenn sie wisse, wie viele Millionen die Konzerne für Rohstoffe bezahlten. Wichtig sei bloss, dass das Geld in den Staatskassen lande, sagte der Brite, «aber da können wir nichts tun».

Für Finanzermittler Daniel Thelesklaf ist die Situation komplexer. Unter dem englischen Korruptionsrecht gehöre es zur Verantwortung der Händler, ihre Geschäftspartner genau zu prüfen und Risiken aus dem Weg zu gehen. Unter dieses Recht fielen alle international tätigen Konzerne, auch wenn die Schweiz keine derart strengen Regeln kenne. «Es ist ein alter Trick, sich aus der Verantwortung zu stehlen, indem Konzerne den Rohstoff nicht direkt von Staaten, sondern von lokalen Intermediären kaufen», sagt er. Die Zeit sei reif, um in der Schweiz über eine bessere, risikobasierte Regulierung nachzudenken.

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