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Glencores Ex-Partner auf US-Sanktionsliste

Der israelische Geschäftsmann Dan Gertler soll mit «korrupten Minen- und Öl-Deals im Kongo» Milliarden angehäuft haben.

Oliver Zihlmann
Glencore und der Kongo: Die ganze Geschichte im Video. Umsetzung: Irina Fehlmann, Lea Koch, Hannes von Wyl

Die USA haben gestern den israelischen Geschäftsmann Dan Gertler auf ihre Sanktionsliste gesetzt. Er war einer der wichtigsten Geschäftspartner des Rohstoffriesen Glencore. Die Zuger Firma gewährte dem Israeli seit 2007 Hunderte Millionen Dollar an Darlehen.

Der Grund für die Sanktionen: Korruption. Die Paradise Papers enthüllten, dass Glencore den Geschäftsmann für Minenlizenzen verhandeln liess. Bis vor kurzem bezahlte Glencore hohe Summen an Gertler für Lizenzgebühren – und zwar an eine Firma, die seit gestern auf der Sanktionsliste steht. Die Gebühren zahlt Glencore im Auftrag des Kongos an Gertler. Die Afrikaner hatten ihre Rechte an den Israeli verkauft. Doch diese Zahlungen werden nun stoppen: «Wir halten uns an die Sanktionen», sagte ein Glencore-Sprecher auf Anfrage.

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Gertler habe Milliarden angehäuft mit «korrupten Minen- und Öl-Deals im Kongo», schreib das US-Finanzministerium. «Gertler hat seine enge Freundschaft mit dem kongolesischen Präsidenten Joseph Kabila genutzt, um sich als Mittelsmann für den Verkauf von Minengeschäften zu positionieren.» Internationale Firmen wären so gezwungen gewesen, Minen im Kongo via Gertler zu erwerben. Eine der Käuferinnen von Minenanteilen von Gertler ist Glencore. Letzten Februar kaufte sie Aktien von Gertler für mehrere Hundert Millionen Dollar.

Zu den zahlreichen Firmen, welche die USA sanktioniert haben, zählt auch Lora Enterprises, eine Offshorefirma von Gertler. Mit ihr hat Glencore 2009 ein umstrittenes 45-Millionen-Dollar-Geschäft getätigt. Glencore verschaffte Gertler mit dem Darlehen Aktien einer Mine. Laut US-Staatsanwälten wurden aus dieser Firma später grosse Korruptionszahlungen gemacht.

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