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Parlament fördert Einkaufstourismus

Statt den Versandhandel für Medikamente vernünftig zu regulieren, erschwert ihn das Parlament unnötig. Die Konsumenten werden ins Ausland ausweichen.

Das Bundesgericht hat am Dienstag den Versandhandel mit rezeptfreien Medikamenten faktisch verboten. Wer Panadol, Otrivin oder etwa eine Bepanthen-Salbe kaufen will, muss dies nun in einer Apotheke oder Drogerie tun. Der bequeme Onlineeinkauf ist Geschichte. Denn die obersten Richter haben der Thurgauer Versandhandelsfirma zur Rose untersagt, an Patienten rezeptfreie Medikamente zu verschicken. Der Grund: Das Gesetz verlangt für Onlinebestellungen von rezeptfreien Medikamenten eine ärztliche Verschreibung.

Da kaum jemand zuerst zum Arzt gehen wird, bevor er ein rezeptfreies Medikament im Internet bestellen kann, suchte und fand zur Rose den vermeintlichen Ausweg. Das benötigte Rezept wird erst nach der Bestellung von einem Arzt ausgestellt. Dazu stützt sich dieser auf einen Fragebogen ab, den der Kunde bei der Bestellung ausfüllen muss. Die obersten Richter des Landes befanden nun, dass das Rezept zwingend vor der Bestellung vorliegen muss. Zwar gibt es noch kleinere Anbieter, die strikt nach Gesetz vor der Bestellung ein Rezept einfordern, aber massentauglich ist ein solches Angebot nicht, da es für die Kunden schlicht zu unpraktisch ist.

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