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Pharmariese Takeda bietet Milliarden für Zürcher Nycomed

Tokio/Zürich In der Pharmaindustrie bahnt sich eine neue Milliarden-Übernahme an: Japans grösster Pharmakonzern Takeda will den Schweizer Arzneimittelhersteller Nycomed übernehmen, wie die Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstag aus Branchenkreisen erfuhr.

Takeda bietet demnach mehr als 1 Billion Yen (11 Milliarden Franken). Das Geschäft könnte sich nach Informationen der Agentur Bloomberg sogar auf mehr als 12,6 Milliarden Fr. belaufen. Die Verhandlungen seien bereits weit fortgeschritten, mit einer Bekanntgabe des Deals werde jedoch frühestens nächste Woche gerechnet. Die Gespräche könnten aber auch noch platzen, da noch keine Einigung erzielt worden sei. Takeda wollte sich zu dem Bericht nicht äussern. Zuvor hatte der Konzern allerdings erklärt, für künftige Geschäfte Schulden aufnehmen zu wollen. Analysten sagten, die Übernahme passe in das Konzept von Takeda, das seine Präsenz in Europa und Wachstumsmärkten wie Russland und den Staaten der früheren Sowjetunion stärken will. Kein Kommentar von Nycomed Das Zürcher Unternehmen Nycomed, das 2006 die Pharmasparte der deutschen Altana übernommen hatte, beschäftigt 12'500 Mitarbeiter. Es ist mehrheitlich im Besitz von vier Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Nycomeds Top-Produkt ist das Magenmittel Pantoprazol. Dessen Patentschutz war im Jahr 2009 in verschiedenen europäischen Ländern abgelaufen, was die Verkäufe schrumpfen liess. Stark wachsen konnte Nycomed hingegen in Schwellenländern. Russland und die GUS-Länder seien Nycomeds grösster Markt vor Brasilien. Im Jahr 2010 sank der Umsatz von Nycomed um 1,8 Prozent auf 3,17 Milliarden Euro. Operativ rutschte das Unternehmen mit einem EBIT-Verlust von 44,2 Millionen Euro in die roten Zahlen. An den Märkten wird bereits seit längerer Zeit darüber spekuliert, ob Nycomed verkauft oder an die Börse gebracht werden könnte. Nycomed-Chef Hakan Björklund hatte in diesem Jahr gesagt, für 2011 sei ein Börsengang sehr unwahrscheinlich.

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