Promis werden ihre Villen nur schwer los

Luxusimmobilien in Amerika erfahren grosse Preiskorrekturen. In der Schweiz verkaufen Villenbesitzer ihre Anwesen hingegen manchmal sogar über dem Angebotspreis.

Sieben Schlafzimmer, Gästehaus, Tennisplatz, knallrotes Badezimmer: Gwen Stefanis Villa in Los Angeles. Foto: Dukas

Sieben Schlafzimmer, Gästehaus, Tennisplatz, knallrotes Badezimmer: Gwen Stefanis Villa in Los Angeles. Foto: Dukas

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Nach zwei Jahren dürften selbst bei Ex-No-Doubt-Sängerin Gwen Stefani Zweifel aufgekommen sein. Zweifel, ob sie ihre Luxusvilla in Beverly Hills für den geforderten Preis von 35 Millionen Dollar verkaufen werde. Denn so viel verlangte die Amerikanerin für ihr exzentrisches 7-Schlafzimmer-Anwesen mit knallrotem Badezimmer, neonpinken Möbeln und einem Wellnessbereich mit Sauna, Fitnessgeräten und Tennisplatz.

Die Zweifel wurden so gross, dass Stefani den Preis erst auf 24,9 Millionen und letztendlich auf 21,7 Millionen Dollar herabsetzte. Zu ihrem Glück, denn dafür fand sich nun ein Käufer. Die Villa ist verkauft. Das schreibt das «Wall Street Journal» und beruft sich dabei auf eine mit dem Verkauf vertraute Person.

31 statt 100 Millionen

Stefani ist nicht die einzige Prominente, die ihr Luxusanwesen für den gewünschten Preis nicht losbekommt. Vor vier Jahren war die Neverland-Ranch des «King of Pop» Michael Jackson unter dem neuen Namen Sycamore Valley Ranch für 100 Millionen Dollar auf dem Markt. Heute kostet sie noch 31 Millionen. Ein Grund für den Preiszerfall am Immobilienmarkt soll unter anderem die jahrelange Dürre in Kalifornien sein.

Tiefer Preis wegen Dürre?: So zeigte sich Michael Jacksons Neverland Ranch 2003. Foto: Keystone

Auch die Formel-1-Erbin Petra Ecclestone musste Abstriche machen: Statt der anfangs geforderten 200 Millionen Dollar steht ihre Villa in Los Angeles nun für 160 Millionen zum Verkauf.

Zuletzt Schlagzeilen machte die «teuerste Villa der USA»: Bauherr Bruce Makowsky verlangte 250 Millionen Dollar für das Anwesen in Los Angeles. Dafür sollte der Käufer zwölf Schlafzimmer, 21 Badezimmer, fünf Bars und zwei Weinkeller sein Eigen nennen dürfen. Doch der fand sich nicht. Jetzt musste Makowsky mit dem Preis deutlich runter: Für 150 Millionen Dollar sucht das Anwesen immer noch einen neuen Hausherrn oder eine neue Hausdame.

Irrationale Preise werden gezahlt

Auch in der Schweiz bekommt nicht jeder Hausverkäufer den Preis, den er sich vorstellt. Denn überrissene Vorstellungen gibt es auch hier. «Im Luxussegment ist der Markt eng, und das kann zu Fantasiepreisen führen», sagt Claude Ginesta, Chef der Maklerfirma Ginesta Immobilien.

Doch das Geld sei derzeit günstig, und Käufer im Luxussegment könnten es sich durchaus leisten, viel Geld auszugeben. So würden Immobilien teilweise zu sehr hohen Preisen verkauft. «Irrationale Preise werden selten bezahlt, aber auch das kommt vor», sagt der Makler. Denn es herrsche eine gewisse Verunsicherung durch die Negativzinsen und das schlechte Anlageumfeld. Sein Geld in Immobilien anzulegen, sei immer noch die beste Möglichkeit.

So erlebt Ginesta, dass derzeit Immobilien auch über dem Angebotspreis verkauft würden. Die Preisspanne liege generell zwischen 10 und 20 Prozent über oder unter dem geforderten Verkaufspreis.

Gwen Stefanis Haus wartet auch mit einem luxuriösen Kinderzimmer auf. Foto: Dukas

Zudem seien Preise, die auf den ersten Blick überrissen wirkten, manchmal durchaus gerechtfertigt. «Wenn der Besitzer viel in die Immobilie investiert und zum Beispiel ein Heimkino oder einen Koi-Teich angelegt hat», sagt Ginesta. Ein potenzieller Käufer könne damit nicht immer etwas anfangen und wäre daher nicht bereit, den geforderten Preis zu zahlen.

«Aber die Verkäufer haben keinen Verkaufsdruck», sagt er, «und können es sich leisten, die Objekte länger auf dem Markt zu lassen, bis sich ein Käufer findet.»

Erstellt: 08.10.2019, 21:26 Uhr

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