Raiffeisen verschickt falsche Kontoauszüge

Über 100 Kunden der Bank haben fremde Kontoauszüge erhalten. Die Panne ist eine Verletzung des Bankkundengeheimnisses.

Die nächste Panne: Kunden haben von ihrer Raiffeisenbank falsche Kontoauszüge erhalten. Foto: Keystone

Die nächste Panne: Kunden haben von ihrer Raiffeisenbank falsche Kontoauszüge erhalten. Foto: Keystone

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Die Raiffeisenbank kommt aus den Negativschlagzeilen nicht heraus. Nach der Affäre um den langjährigen Bankchef Pierin Vincenz sieht sich die Bank mit der nächsten Panne konfrontiert. 114 Kunden haben vor Wochenfrist falsche Kontoauszüge erhalten. Dies berichtet das Finanzportal «Inside Paradeplatz». Statt der eigenen Daten erhielten die Raiffeisen-Kunden die Auszüge anderer Personen. Aufgefallen ist der Fehler, weil Kunden reklamierten.

Eine Sprecherin der Raiffeisen bestätigt auf Anfrage: «Aufgrund einer technischen Störung bei unserem externen Provider für die Output-Produktion wurden am 17. April 2018 an 114 Kunden Sendungen mit falschem Inhalt getätigt.» Die Bank stehe mit den Kunden in Kontakt. Der Provider habe zusätzliche technische und manuelle Kontrollen implementiert, um den Fehler in Zukunft zu verhindern, so die Sprecherin.

«Eine Verletzung des Bankgeheimnisses»

Zudem wurde die Finanzmarktaufsicht informiert. «Raiffeisen Schweiz hat Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht, da es sich beim Vorfall um eine Verletzung des Bankkundengeheimnisses handelt», teilt die Bank weiter mit. Was das für Konsequenzen hat, ist offen.

Eine grössere Panne mit einem Versand von falschen Kontoauszügen hatte im Jahr 2014 die Bank Coop. Damals erhielten Zehntausende Bank-Coop-Kunden die Kontoauszüge von Kunden, die in der unmittelbaren Nachbarschaft lebten. Die Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt entschied damals jedoch, dass nach Schweizer Bankengesetz kein Straftatbestand vorliege.


400 Prozent Rendite in einem Jahr
Der damalige Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz verdiente Millionen – gedeckt durch ein Gutachten von Starjurist Forstmoser. (Abo+)

(sas)

Erstellt: 23.04.2018, 09:52 Uhr

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