Kann ich einen neuen Anstrich verlangen?

Die Antwort auf eine Leserfrage nach 37 Jahren Miete.

Bei einem üblichen Wandanstrich beträgt die Lebensdauer acht Jahre: Maler bei der Arbeit im Stadttheater Bern. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

Bei einem üblichen Wandanstrich beträgt die Lebensdauer acht Jahre: Maler bei der Arbeit im Stadttheater Bern. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

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Mein Wohnhaus wird teilweise saniert. Es gibt neue Bäder, Küchen, Fenster und ein neues Dach. Die Aussenmauern und das Treppenhaus werden neu gestrichen. Den Rest meiner Wohnung – Korridor und Zimmer – will die Vermieterin aber nicht neu streichen. Das werde erst gemacht, wenn ich ausziehe. Dabei lebe ich schon 37 Jahre in dieser Wohnung. Kann ich einen neuen Anstrich verlangen?

Ja. Die Vermieterin ist verpflichtet, die Mietsache in einem tauglichen Zustand zu erhalten – nicht nur bei einem Mieterwechsel, sondern auch während der Dauer des Mietverhältnisses.

Bei einem üblichen Wandanstrich beträgt die Lebensdauer acht Jahre. Das bedeutet zwar nicht, dass man nach Ablauf dieser Zeit einen Neuanstrich verlangen kann. In Ihrem Fall aber ist die Lebensdauer des Wandanstrichs mehrfach überschritten. Da kann man nach Ansicht von Experten geradezu von einem vernachlässigten Unterhalt sprechen. Ihre Forderung nach einem Neuanstrich ist daher berechtigt.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an rechtundkonsum@tages-anzeiger.ch

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.12.2017, 09:24 Uhr

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