Ausbildungszuschüsse auch für ältere Kinder?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Erstausbildung.

Die Zahlungen enden aber auf jeden Fall mit dem 25. Geburtstag des Kindes.

Die Zahlungen enden aber auf jeden Fall mit dem 25. Geburtstag des Kindes. Bild: Startup Stock Photos (Pexels)

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Mein Mann ist seit 2016 pensioniert, ich bin noch erwerbstätig. Wir haben zwei erwachsene Kinder. Die 21-jährige Tochter studiert; für sie bekommt mein Mann eine Kinderrente als Zusatz zu seiner AHV. Unser Sohn ist bereits 24, er hat einst eine Lehre begonnen, diese dann aber abgebrochen. Seither jobbt er und ist finanziell mehr oder weniger unabhängig. Nun ist es ja so, dass Familienzulagen und Kinderrenten der AHV nur für Kinder in Ausbildung bis zum 25. Altersjahr bezahlt werden. Ist es möglich, die Frist für den finanziellen Zuschuss hinauszuschieben, wenn ein Kind seine Erstausbildung erst später beginnt? Als Eltern sind wir ja auch verpflichtet, unsere Kinder bis zum Abschluss der Erstausbildung zu unterstützen, und mein Mann bezieht neben der AHV nur eine kleine Pension.

Ein solcher Aufschub, wie Sie ihn sich vorstellen, ist nicht möglich. Denn als Eltern haben Sie nicht in jedem Fall Anspruch auf die Ausbildungszuschüsse des Staates für die Erstausbildung des Kindes. Es müssen beide Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein: Alter und Ausbildung. Ob es sich dabei um eine Erstausbildung handelt, spielt jedoch keine Rolle. Eltern bekommen das Geld auch, wenn ein Kind bereits eine Erstausbildung abgeschlossen hat und eine Zusatz- oder eine Zweitausbildung absolviert. Die Zahlungen enden aber auf jeden Fall mit dem 25. Geburtstag des Kindes.

Was die elterliche Unterhaltspflicht betrifft, so ist es grundsätzlich richtig, dass Eltern auch für erwachsene Kinder aufkommen müssen, bis diese eine angemessene Ausbildung abgeschlossen haben. Der Unterhalt muss für die Eltern aber finanziell zumutbar sein. Zudem können Eltern erwarten, dass ein Kind seine Ausbildung zielstrebig angeht und diese nicht vertrödelt oder beliebig lange aufschiebt.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

Erstellt: 24.08.2018, 15:26 Uhr

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