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Darf mir der Arbeitgeber trotz Krankheit kündigen?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Arbeitsrecht.

Die maximale Kündigungssperre beträgt 180 Tage; sie gilt ab dem sechsten Dienstjahr.
Die maximale Kündigungssperre beträgt 180 Tage; sie gilt ab dem sechsten Dienstjahr.
Bruce Mars (Pexels), Keystone

Seit acht Jahren bin ich bei meinem derzeitigen Arbeitgeber angestellt. Anfang Juli letzten Jahres erlitt ich zum zweiten Mal ein Burn-out, seither bin ich krankgeschrieben. Nun habe ich vor ein paar Tagen die Kündigung erhalten, ohne jegliche Begründung. Das hat mich sehr überrascht; ich dachte, dass einem während einer Krankheit nicht gekündigt werden dürfe. Ist meine Entlassung trotzdem rechtens?

Ja, das ist sie. Es stimmt zwar, dass man bei Krankheit Kündigungsschutz geniesst. Aber der ist zeitlich beschränkt, man spricht dabei von einer Sperrfrist. Oder anders gesagt: Ab Beginn der Erkrankung läuft eine zeitlich befristete Kündigungssperre.

Wie lange die Sperrfrist dauert, ist abhängig vom Dienstalter des erkrankten Arbeitnehmers oder der erkrankten Arbeitnehmerin. Die maximale Kündigungssperre beträgt 180 Tage; sie gilt ab dem sechsten Dienstjahr. Mit Ihrer achtjährigen Betriebszugehörigkeit erfüllen Sie die nötige Voraussetzung.

Sie schreiben, Sie seien seit Anfang Juli letzten Jahres krankgeschrieben, somit ist die 180-tägige Kündigungssperre Ende Dezember, Anfang Januar abgelaufen. Ab diesem Moment durfte Ihnen der Arbeitgeber kündigen.

Das heisst nicht automatisch, dass Sie nach Ablauf der Kündigungsfrist ohne finanzielle Absicherung dastehen. Vorausgesetzt, Ihr Arbeitgeber hat eine Taggeldversicherung, zahlt diese den Lohn in der Regel während maximal 720 Krankheitstagen – auch über das Ende des Arbeitsverhältnisses hinaus.

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Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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