Gibt es Lohn für den Arbeitsausfall nach der Schönheitsoperation?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Arbeitsrecht.

Schönheitsoperationen wie eine Augenlidkorrektur und damit verbundene Absenzen gelten nicht als unverschuldet. Foto: Elizabeth Dalziel (Keystone)

Schönheitsoperationen wie eine Augenlidkorrektur und damit verbundene Absenzen gelten nicht als unverschuldet. Foto: Elizabeth Dalziel (Keystone)

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Ein Mitarbeiter unseres Betriebs unterzieht sich einer Augenlidkorrektur. Der Eingriff ist medizinisch nicht notwendig, es handelt sich somit um eine Schönheitsoperation. Trotzdem wird der betreffende Arbeitnehmer nach der Operation eine gewisse Zeit nicht arbeitsfähig sein. Nun wüssten wir gerne, ob er für die Zeit des Eingriffs und die anschliessende Absenz den Lohn zugut hat.

Nein, dafür müssen Sie als Arbeitgeberin nicht aufkommen. Laut Gesetz haben Arbeitnehmende Anspruch auf ihren Lohn, wenn sie arbeitsunfähig sind. Die Arbeitsverhinderung muss aber unverschuldet sein.

Schönheitsoperationen und die damit verbundenen Absenzen gelten nicht als unverschuldet. Es handelt sich dabei wie in dem von Ihnen beschriebenen Fall um einen freiwillig gewählten, medizinisch nicht notwendigen Eingriff.

Es gibt schon auch Spezialfälle. Zum Beispiel wenn jemand als Folge eines Unfalls oder einer Krankheit stark entstellte Gesichtszüge hat oder wenn sich ein Schönheitsmangel zu einem effektiven psychischen Leiden auswächst. Dann kann eine Operation medizinisch notwendig sein, und in diesem Fall besteht für die daraus folgende Arbeitsunfähigkeit auch ein Anspruch auf Lohn.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

Erstellt: 03.02.2019, 18:14 Uhr

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