Kann ich einen neuen Bodenbelag verlangen?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Mietrecht.

Teppich drüber: Ist der Zustand des Originalbodens nicht zu beanstanden, wird es schwierig. Foto: Pixabay, Pexels

Teppich drüber: Ist der Zustand des Originalbodens nicht zu beanstanden, wird es schwierig. Foto: Pixabay, Pexels

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Seit bald 25 Jahren lebe ich in derselben Mietwohnung. Beim Einzug habe ich in einem der Zimmer auf eigene Kosten einen Teppich verlegen lassen, weil mir der Novilonbelag nicht passte. Zwischenzeitlich hat die Vermieterin die Böden in den übrigen Zimmern durch Parkett ersetzt. Dafür wurde meine Miete leicht erhöht.

Der seinerzeit von mir selber verlegte Teppich ist immer noch da, doch nach so vielen Jahren nicht mehr ansehnlich. Zudem bildet er Blasen. Ich bin der Meinung, dass mir eine Erneuerung des Bodenbelags zusteht, da ich ja den jetzigen Bodenbelag selber finanziert habe. Auf meine Bitte entgegnete die Verwaltung aber, sie werde keine Bodenbelags­arbeiten durchführen lassen. Habe ich nicht Anspruch darauf?

Ob Sie Anspruch haben, hängt vom Zustand des Bodens ab. Massgebend ist dabei aber nicht der Zustand Ihres Teppichs, sondern der Zustand des ursprünglichen Novilonbelags.

Laut Mietrecht muss die Vermieterin die Mietsache in einem tauglichen Zustand erhalten. Sie ist verpflichtet, Mängel zu beheben, die während der Mietdauer auftreten. Auch die normale Abnützung der Wohnungseinrichtung kann nach einer gewissen Zeit zu Mängeln führen. So etwa bei Farbanstrichen an Wänden oder eben bei Bodenbelägen. Haben die Mängel ein gewisses Ausmass erreicht, kann man die Vermieterin in die Pflicht nehmen.

Sie könnten von der Verwaltung verlangen, dass diese den Novilonboden ersetzt, wenn das nötig ist. Wahrscheinlich ist dies aber nicht der Fall, weil der Novilonbelag durch Ihren Teppich immer schön geschützt war. Somit haben Sie – wenn auch unabsichtlich – selber dazu beigetragen, dass der Novilonbelag länger hält. Daraus können Sie nun aber keine Ansprüche ableiten. Ist der Zustand des Originalbodens nicht zu beanstanden, ist die Vermieterin auch nicht verpflichtet, ihn zu erneuern.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 05.02.2018, 17:55 Uhr

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