Kein Anspruch auf Zulagen nach misslungener Prüfung?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Berufslehre.

Wer zahlt, wenn die Ausbildung in die Verlängerung geht? Eine Coiffeur-Lernende schneidet das Haar an einem Modell-Kopf.

Wer zahlt, wenn die Ausbildung in die Verlängerung geht? Eine Coiffeur-Lernende schneidet das Haar an einem Modell-Kopf. Bild: Peter Klaunzer/Keystone

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Unsere Tochter hat im Sommer die praktische Lehrabschlussprüfung nicht bestanden. Sie wird diese nächstes Jahr wiederholen. Bis dahin arbeitet sie weiter in ihrem Lehrbetrieb mit einem Vertrag zur Verlängerung der Lehrzeit. Das Berufsbildungsamt hat diesen abgesegnet. Trotzdem hat die kantonale Ausgleichskasse unserer Tochter die Ausbildungszulage gestrichen. Der Grund: Sie besuche keine Schule mehr. Der Ausbildungsbetrieb hat zwar schriftlich bestätigt, dass es sich bei der Tätigkeit unserer Tochter um ein Lehrverhältnis handle. Das genügt laut Ausgleichskasse nicht. Gibt es eine Möglichkeit, die Ausbildungszulagen weiter zu erhalten?

Sofern die Voraussetzungen dazu erfüllt sind: ja. Ob das der Fall ist, lässt sich von aussen nicht beurteilen. Es kommt sehr auf die konkreten Umstände an.

So muss Ihre Tochter nachweisen können, dass ihre Tätigkeit während der verlängerten Lehrzeit überwiegend Ausbildungscharakter hat. Was sie macht, muss grossmehrheitlich auf das systematische Erlernen eines Berufs ausgerichtet sein. Ist das nur teilweise der Fall, reicht das nicht für den Anspruch auf Ausbildungszulagen. Entsprechende Auskünfte des Betriebs Ihrer Tochter können dabei eine wichtige Rolle spielen.

Sind Sie der Ansicht, dass bei Ihrer Tochter die Voraussetzungen für eine Zulage gegeben sind, sollten Sie es auf jeden Fall mit einer Einsprache gegen den abschlägigen Entscheid versuchen.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

Erstellt: 12.11.2018, 10:06 Uhr

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