Keller unbrauchbar: Kann ich verlangen, dass der Mietzins sinkt?

Die Antwort auf eine Leserfrage zum Thema Mietrecht.

Keinen Anspruch auf Senkung haben Sie, wenn Ihnen die Vermieterin einen alternativen Stauraum anbietet.

Keinen Anspruch auf Senkung haben Sie, wenn Ihnen die Vermieterin einen alternativen Stauraum anbietet. Bild: Eryk Bojarski (Pexels)

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Im Haus, in dem ich wohne, gibt es keinen Estrich. Auch meine Wohnung verfügt über keinerlei Stauraum, weshalb ich diverse Hausratgegenstände im Keller lagere. Nun war dieser vor ein paar Monaten zweimal hintereinander nach Gewittern überflutet. Dadurch habe ich einen Schaden erlitten, und der Keller ist seither unbrauchbar. Bis die Ursachen der Überflutung behoben seien, werde es noch eine Weile dauern, sagt meine Vermieterin. Kann ich für die Zeit, in der ich den Keller nicht benützen kann, eine Mietzinssenkung verlangen, oder riskiere ich, dass man mir dann kündigt?

Ja, Sie haben Anspruch auf eine Mietzinssenkung. Der Keller gehört zu den gemieteten Räumen, und wenn Sie diese vorübergehend nicht benutzen können, liegt ein Mangel vor. Bis dieser behoben ist, steht Ihnen eine Senkung des Mietzinses zu.

Allzu viel können Sie indes nicht erwarten. Nach Angaben des Mieterinnen- und Mieterverbandes liegt die Mietzinssenkung für einen unbrauchbaren Keller zwischen fünf und zehn Prozent. Die Höhe hänge unter anderem von der Grösse der Wohnung ab. Wer nur eine kleine Wohnung ohne Stauraum habe, sei eher auf den Keller angewiesen. In diesem Fall kann man laut Mieterverband mit mehr Reduktion rechnen als bei einer Wohnung, die genug Platz bietet, um vorübergehend als Lagerraum zu dienen.

Je nachdem, wie dringend Sie den Keller brauchen, könnten Sie auch etwas Druck aufsetzen und der Vermieterin ankündigen, dass Sie den Mietzins hinterlegen, falls diese von einer Reduktion nichts wissen will.

Keinen Anspruch auf Senkung haben Sie, wenn Ihnen die Vermieterin einen alternativen Stauraum anbietet, der ebenso bequem und jederzeit erreichbar ist wie Ihr Keller.

Steigt die Vermieterin auf Ihre Forderung nach Mietzinssenkung ein, kündigt Ihnen aber kurz darauf und zeigt sich, dass Ihre Forderung der Grund für die Kündigung war, so können Sie diese anfechten. Kommt das Gericht zum Schluss, es handle sich tatsächlich um eine Rachekündigung, so wäre diese ungültig.


Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

Erstellt: 24.08.2018, 15:21 Uhr

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