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Muss meine Partnerin mich unterstützen?

Über den Anspruch auf Ergänzungsleistungen im Konkubinat.

Nur bei der Sozialhilfe dürfen die Behörden bei einem stabilen Konkubinat von einer gegenseitigen Unterstützungspflicht ausgehen. Foto: Keystone
Nur bei der Sozialhilfe dürfen die Behörden bei einem stabilen Konkubinat von einer gegenseitigen Unterstützungspflicht ausgehen. Foto: Keystone

Ich bin pensioniert, beziehe keine grosse Rente. Zusammen mit dem, was ich auf der Seite hatte, bin ich bis jetzt einigermassen durchgekommen. Inzwischen aber habe ich nur mehr knapp 30'000 Franken auf meinem Sparkonto. Meine Partnerin, mit der ich zusammenlebe, besitzt hingegen ein ansehnliches Vermögen. Das hat sie sich durch eigene Arbeit erwirtschaftet.Wie ist das nun, wenn ich Ergänzungsleistungen beantragen würde: Hätte ich Chancen, die zu bekommen, oder würde man verlangen, dass meine Partnerin mich unterstützt, obwohl wir gar nicht verheiratet sind?

Nein, das würde man nicht verlangen. Sie bekämen Ergänzungsleistungen (EL), wenn Sie die Voraussetzungen erfüllen. Konkubinatspartner werden bei den EL als Einzelpersonen betrachtet. Es gibt keine gesetzliche Grundlage, um Konkubinatspaare beim Anspruch auf Altersrente gleichzubehandeln wie Ehepaare. Und die EL gehören zur Rente.

Allerdings wird Ihre Partnerin bei der Miete mitgezählt. Sie werden deshalb nur die Hälfte des gesamten Mietzinses geltend machen können. Zudem ist der Betrag begrenzt, derzeit bei 1100 Franken pro Person.

Anders ist die rechtliche Situation bei der Sozialhilfe. Da dürfen die Behörden bei einem stabilen Konkubinat von einer gegenseitigen Unterstützungspflicht ausgehen. Denn Sozialhilfe wird nur gewährt, wenn eine Person sich nicht selber helfen kann oder wenn Hilfe von dritter Seite nicht oder nicht rechtzeitig zu bekommen ist.

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Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht. Senden Sie sie an geldundrecht@tamedia.ch

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