Sind Katzen im Handgepäck auf Flügen erlaubt?

Die Antwort auf eine Frage zum Thema Reisen mit Haustieren.

Sicher ist: In den Koffer gehört die Katze nicht! Foto: PD

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Am Ende meiner Ferien flog ich mit der Airline Swiss von den USA zurück in die Schweiz. Nachdem ich meinen Platz eingenommen hatte, bemerkte ich, dass eine Sitznachbarin eine Katze in einer Tasche mitführte. Da ich auf Katzen stark allergisch reagiere und deswegen schon akute Asthmaanfälle erlitten hatte, war ich sehr beunruhigt. Die Sache ging zum Glück glimpflich aus, aber ich frage mich schon, ob jeder Passagier einfach sein Tier mitnehmen darf, unter dem dann andere möglicherweise leiden. Und: Wie kann ich vorbeugen, dass sich ein solcher Vorfall nicht wiederholt?

Bei Swiss dürfen Hunde und Katzen bis 8 Kilogramm Gewicht mit Herrchen und Frauchen «bequem in der Kabine reisen», wie es in den Transportbestimmungen heisst. Allerdings dürfen sie dort nicht frei herumlaufen, sondern müssen brav in einer «ausbruchsicheren und kratzfesten» Transporttasche bleiben, die unter dem Sitz verstaut wird. Erlaubt sind nur «saubere und gesunde Tiere», die «keine Passagiere belästigen» und «nicht riechen». Wie die Besitzer dies umsetzen, sei ihnen freigestellt, sagt eine Swiss-Sprecherin. Über 8 Kilogramm schwere Tiere müssen in einem Behälter mit genügend Wasser und Futter im Gepäckraum mitreisen. Dort herrschen laut Swiss ähnliche Bedingungen wie in der Kabine, Temperatur und Luftdruck seien «auch auf längeren Flügen angenehm».

Flugzeug musste zwischenlanden

Wer wie Sie an einer ernsthaften Allergie leidet, sollte die Airline schon vor der Reise darüber informieren. «Wir versuchen dann im Vorfeld bestmöglich darauf zu reagieren, indem wir die Crew informieren oder darauf achten, dass die betreffende Person nicht neben einen Gast mit einer Katze gesetzt wird», versichert die Swiss-Sprecherin. Doch auch an Bord ist es noch nicht zu spät. Sie können sich bei Bedarf direkt an die Crew wenden, die sich um eine Lösung wie etwa einen Sitzplatzwechsel bemühen wird. Laut Swiss gab es «in den vergangenen Jahren insgesamt nur sehr wenige Rapporte zum Thema Katzenallergie». Ein weiterer, nicht ganz ernst gemeinter Rat wäre, die nächsten Ferien in Indien, Irland, Grossbritannien, Kenia, Südafrika oder Hongkong zu verbringen. Dorthin dürfen Tiere gar nicht oder nur als Fracht transportiert werden.

Um eine Katze, die nicht in der Tasche der Passagierin bleiben wollte, ging es kürzlich vor dem Amtsgericht Frankfurt. Die Crew sperrte das Tier deshalb in einen Waschraum ein. Daraufhin randalierte die Frau, indem sie gegen die Tür trat und drohte, das Flugzeug abstürzen zu lassen. Die Maschine musste deshalb zwischenlanden. Für die entstandene Verspätung hätten die Passagiere keine Entschädigung zugut, weil es sich um einen «aussergewöhnlichen Umstand» handelte, befand das Gericht.


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Erstellt: 26.02.2017, 18:43 Uhr

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