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Roche holt sich Hilfe bei Entwicklung von Alzheimer-Präparat

Frankfurt Der Schweizer Pharmariese Roche und das deutsche Biotechunternehmen Evotec bündeln ihre Kräfte, um ein Medikament zur Behandlung von Alzheimer zu entwickeln.

Für die Unterzeichnung des Kooperationsvertrags überwies Roche zehn Millionen Dollar an Evotec. Insgesamt darf Evotec auf erfolgabhängige Zahlungen von bis zu 820 Millionen Dollar hoffen. «Das ist einer der grössten Deals in der Biotechbranche in Europa in diesem Jahr», sagte Evotec-Chef Werner Lanthaler am Montagabend gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Roche erhält im Rahmen der Allianz die Rechte am Wirkstoff EVT 302, dessen Sicherheit Evotec bereits in drei Phase-I-Studien überprüft hat. Im kommenden Jahr will Roche mit einer Phase-II- Studie beginnen. Präparate müssen vor einem Zulassungsantrag drei Phasen der klinischen Erprobung am Menschen durchlaufen. Es sei möglich, dass das Mittel relativ rasch auf den Markt komme, sagte Evotec-Chef Lanthaler. Da Roche seit langem an Alzheimer-Präparaten arbeitet, ist der Konzern in Lanthalers Augen ein «Traumpartner» zur Weiterentwicklung des Wirkstoffs, die sich die Biotechfirma auf eigene Rechnung nicht leisten kann. «Durch die Kooperation sind wir in einem Milliarden- Markt dabei, ohne selber ins Risiko zu gehen.» Sollte das Medikament auf den Markt kommen, erhält Evotec eine Umsatzbeteiligung im zweistelligen Prozentbereich - für die Hamburger wäre das angesichts des Milliardenmarktes Alzheimer ein riesiger Schritt. Weltweit leiden rund 35 Millionen Menschen an Alzheimer, einer Krankheit, für die es bisher keine gut wirksamen Medikamente gibt. Die neue Kooperation von Evotec mit Roche ist auch deshalb bemerkenswert, da beide Unternehmen erst im Mai die Entwicklung eines hoffnungsvollen Antidepressivums einstapfen mussten. Paradoxerweise sei die Zusammenarbeit mit Roche nach dem Scheitern besser denn je zuvor, sagte Lanthaler.

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