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Schnee macht Lust auf Winterferien, doch Euro-Gäste fürchten Kosten

Die Natur ist dem Schweizer Tourismus gnädig gestimmt, die Wechselkurse sind es nicht.

Die prächtige Schneedecke macht zwar spontan Lust auf Winterferien - doch Gäste aus Euro- Ländern, die ein Skiaufenthalt 15 Prozent mehr kostet als vor einem Jahr, achten aufs Portemonnaie. «Wir sind froh über reichlich Schnee - das hilft immer», sagt Daniela Bär von Schweiz Tourismus. Die seit November satt liegende weisse Pracht verleite viele Leute spontan zu einem Ausflug in die Berge. Doch in diesem Winter schlage auch die Euro-Krise zu: «Der Währungseffekt stellt sich mit sechs bis acht Monaten Verzögerung ein», sagt Bär. Die Übernachtungen von Gästen aus der Euro-Zone dürften um 4 bis 5 Prozent zurückgehen. Betroffen seien vor allem Mittelklasse- Hotels, wo traditionell die preisbewussteren Gäste absteigen. Das Luxussegment, das sich von der Schuldenkrise wenig beeindruckt zeigt, ist sehr klein. Die Eurokrise trifft aber nicht allein die Hoteliers: Die Kunden sparen angesichts des vom Euro-Tief verursachten happigen Aufschlags bei anderen Ausgaben wie Restaurantbesuchen oder Einkäufen vor Ort. Doppeltes Ungemach In Graubünden sind etwa 50 Prozent der Gäste Schweizer - die andere Hälfte kommt mehrheitlich aus Euro-Ländern. «Uns droht ein doppeltes Ungemach, denn für die Schweizer Gäste werden natürlich Ferien in benachbarten Ländern attraktiv», sagt Spescha von Graubünden Ferien. Interessant sei, dass den Euro-Gästen lange nicht bewusst war, dass der Wechselkurs für sie ein Nachteil war. «In der zweiten Sommerhälfte schlug dies aber durch», so Speschas Beobachtung. Der Berner Nobelferienort Gstaad mit einem Stammgästeanteil von 70 Prozent geht hingegen davon aus, dass die Gäste weiter kommen - und das unabhängig vom Budget. Der Krise besser entziehen kann sich auch ein Ort wie Interlaken, der weltweit bekannt ist und im hohen wie tiefen Preissegment eine grosse Palette von Angeboten liefert. Aber auch in Interlaken fürchtet man, dass die Übernachtungen spätestens im nächsten Sommer zurückgehen könnten. Dies, obwohl Kunden aus Asien und Amerika einen grossen Anteil am Gäste-Mix haben.

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