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Schuldenkrise Juncker warnt vor Zerfall von Eurozone und mahnt zu raschem Handeln US-Finanzminister Geithner trifft Schäuble auf Sylt

Berlin Eurogruppenchef Jean-Claude Juncker hat vor einem Zerfall der Eurozone gewarnt.

Um den Euro zu retten, sei keine Zeit mehr zu verlieren, sagte der luxemburgische Ministerpräsident der «Süddeutschen Zeitung» vom Montag. «Wir müssen jetzt mit allen verfügbaren Mitteln überaus deutlich machen, dass wir fest entschlossen sind, die Finanzstabilität der Währungsgemeinschaft zu gewährleisten», sagte Juncker und bestätigte zugleich, dass sich die Euroländer zusammen mit dem Rettungsfonds EFSF und der Europäischen Zentralbank (EZB) darauf vorbereiteten, notfalls Staatsanleihen klammer Eurostaaten aufzukaufen. Am Donnerstag hatte EZB-Präsident Mario Draghi die Bereitschaft der Europäischen Zentralbank bekräftigt, «alles Notwendige zum Erhalt des Euro zu tun.» Er hatte damit Erwartungen geweckt, dass die EZB erneut zu Gunsten der unter Druck geratenen Länder wie Spanien Staatsanleihen aufkaufen könne. Entscheidungen in den nächsten Tagen «Es ist noch zu entscheiden, was genau wir wann machen werden», sagte Juncker. Welche Massnahmen ergriffen würden, «entscheiden wir in den nächsten Tagen». Die Welt rede darüber, ob es die Eurozone in einigen Monaten noch gebe, sagte der Eurogruppenchef. Daher seien alle Länder und Institutionen «fest entschlossen, den Euro in seinem Bestand» zu halten. «Alles Geschwätz über den Austritt Griechenlands ist da nicht hilfreich», sagte Juncker. Deutschland warf Juncker vor, es mache «andauernd Innenpolitik in Sachen Eurofragen». «Warum behandelt Deutschland die Eurozone wie eine Filiale?», fragte er und sprach sich für die Einführung eines hauptamtlichen «europäischen Finanzministers» aus. Treffen Geithner/Schäuble Am Montagnachmittag will US-Finanzminister Timothy Geithner den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble in dessen Feriendomizil auf Sylt treffen. Bei dem Gespräch, über das im Anschluss berichtet werden soll, dürfte es um die internationale und europäische Wirtschaftslage gehen. Am Abend will Geithner auch den EZB-Chef Draghi in Frankfurt am Main treffen. Geithner hatte die Europäer bereits mehrfach aufgefordert, die Eurokrise durch beherzte Massnahmen beizulegen.

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