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Schwarzfahrer besiegen das System

Schwarzfahren ohne Angst vor hohen Bussen: Eine schwedische Idee macht dies möglich. Hunderte sind auf den Zug aufgesprungen.

Die Schranken an den Stationen der Stockholmer Metro wurden zwar erst kürzlich erhöht. Gebracht hat es wenig. «Wir könnten eine Berliner Mauer errichten, und sie würden immer noch einen Weg finden», sagt ein Sprecher der städtischen Verkehrsbetriebe in der «New York Times». Wie das geht, zeigt die schwedische Gruppe Planka.nu (etwa «gratis fahren, jetzt») auf ihrer Webseite.

Doch Planka.nu belässt es nicht dabei. Sie hat auch eine Versicherung für Schwarzfahrer gegründet. Für umgerechnet rund 13 Franken pro Monat und das Versprechen, niemals für ein Billett zu bezahlen, ist man dabei. Dafür deckt die Versicherung alle Kosten, die im Fall einer Kontrolle entstehen können. In Stockholm beträgt die Busse fürs Schwarzfahren rund 160 Franken. Ein Monatspass kostet etwa 110 Franken. 500 offizielle Mitglieder hat die Gruppe mittlerweile.

Kein Modell für die Schweiz

Und Planka.nu verdient sogar Geld mit ihrer Idee. Mehrere Tausend Franken, wie die Gruppe gegenüber der «New York Times» angibt. Ein «beneidenswertes» Geschäftsmodell, so die Zeitung. Es hat bereits Nachahmer gefunden: In Göteborg und Helsinki sind inzwischen Schwesterorganisationen aktiv.

In der Schweiz dürfte die Umsetzung dieser Idee allerdings schwierig werden. Die meisten Verkehrsbetriebe kennen hierzulande ansteigende Bussen. Bei den SBB bezahlt ein Schwarzfahrer beim ersten Vergehen 90, beim zweiten 130 und beim dritten 160 Franken (exklusiv Fahrpreis beziehungsweise Fahrpreispauschalen sowie allfälliger Aufwandsentschädigungen). Beim Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) sind die Bussen gleich hoch. Dies liesse sich in der Versicherung zwar problemlos berücksichtigen. Allerdings werden in der Schweiz immer auch die Personalien erfasst. Wiederholungstäter werden angezeigt. Beim ZVV «in jedem Fall» bei mindestens drei Vergehen innert zwei Jahren. Dann nützt auch eine Versicherung nichts mehr.

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