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Schweizer buchen Amsterdam statt Paris

Die Touristen kehren langsam in die französische Hauptstadt zurück. Doch die Reisebüros verzeichnen auch einen Monat nach den Anschlägen deutlich weniger Buchungen.

Die Stornierungen der Touristen flauen langsam ab: Soldaten vor dem Louvre. (Archivbild)
Die Stornierungen der Touristen flauen langsam ab: Soldaten vor dem Louvre. (Archivbild)
Jacques Brinon, Keystone

Einen Monat nach den Attentaten in Paris wagen sich Schweizer Touristen langsam wieder in die französische Hauptstadt. Nachdem viele Reisen nach Paris kurz nach den Anschlägen storniert wurden, haben sich die Buchungszahlen inzwischen leicht erholt. Allerdings reisen weiterhin weniger Schweizer nach Paris als normalerweise zu dieser Jahreszeit.

Angefragte Reiseveranstalter stellen seit den Anschlägen in Paris eine gedämpfte Lust auf Reisen in die Stadt im Herzen Frankreichs fest.

So verbuchte etwa Kuoni-Städtereisespezialist Railtour einen Rückgang der Reservationen im November, wie Sprecherin Liliane Rotzetter sagt. Sie verweist auf diverse Studien, denen zufolge sich diese Art von Tragödien bis ungefähr 4 Wochen nach dem Ereignis auf das Verhalten der Leute auswirkt.

Amsterdam statt Paris

Auch im Dezember stellt Railtour einen Rückgang der Buchungen gegenüber dem Vorjahr fest. «Dieser Monat liegt aber in der Nebensaison und weist deshalb generell ein schwächeres Buchungsniveau auf», sagt Rotzetter.

Diese Einschätzung bestätigt auch Hotelplan-Suisse-Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir: «Paris rangiert nicht mehr unter den Top 3 der Destinationen, gleichzeitig handelt es sich nicht um eine Paradedestination für Weihnachten, es ist nicht Hochsaison.» Diese beginne im Frühling.

Auch von Tui heisst es, dass im Moment wenig Nachfrage nach Reservationen für Paris-Reisen bestehe. «Die Destination ist für Silvester kaum mehr gefragt, der Trend geht eher zu Amsterdam», sagt Sprecherin Bianca Schmidt, ohne Zahlen zu nennen.

Stornierungen abgeflaut

Bei den Stornierungen hat sich indes die Lage entspannt. Reisende, die bereits eine Städtereise nach Paris gebucht haben, treten diese mehrheitlich auch an. Zunächst hatten einige Touristen ihre geplanten Paris-Trips abgeblasen, doch inzwischen ist wieder Normalität eingekehrt.

Die Annullationen bereits reservierter City-Trips hätten sich nach einer Woche stabilisiert und seien nun kein Thema mehr, sagt Railtour-Sprecherin Rotzetter. Dem stimmt auch Tui-Sprecherin Schmidt zu: Die Stornierungen hätten nicht zugenommen, generell seien Änderungen bei Städtereisen selten.

Zugbillette holen auf

TGV Lyra, das Gemeinschaftsunternehmen der SBB und der französischen Bahngesellschaft SNCF, gibt keine ausführlichere Einschätzung ab und verweist auf eine Mitteilung vor zwei Wochen. Auch diese bestätigt dasselbe Phänomen. Laut der Mitteilung verbesserte sich nach den ersten drei Tagen nach den Anschlägen, als die Verkäufe stark fielen, die Lage von Tag zu Tag. Die Billettverkäufe holen fortlaufend auf das Niveau des Vorjahres auf, hiess es.

Alle Reiseveranstalter hatten nach den Attentaten die Möglichkeit geboten, gebuchte Reisen nach Paris bis ungefähr Mitte November kostenlos zu stornieren oder verschieben.

SDA/dia

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