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Ausland-Einkäufe bei Schweizern auf Rekordhoch

Für fast 11 Milliarden Franken kauften Schweizer ennet der Grenze ein. Wo die Steigerung im Jahr des Frankenschocks am grössten war.

Immer mehr grüne Formulare von Schweizer Einkaufstouristen: Ein Zollbeamter am Grenzposten in Konstanz stempelt Kassenbons und Ausfuhrscheine für die Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer. (3. September 2011)
Immer mehr grüne Formulare von Schweizer Einkaufstouristen: Ein Zollbeamter am Grenzposten in Konstanz stempelt Kassenbons und Ausfuhrscheine für die Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer. (3. September 2011)
Martin Rütschi, Keystone
Lange Warteschlangen kurz nach der Aufhebung des Euromindestkurses: Stau beim Zoll von Basel her, nahe dem Einkaufszentrum Rhein Center in Weil am Rhein. (17. Januar 2015)
Lange Warteschlangen kurz nach der Aufhebung des Euromindestkurses: Stau beim Zoll von Basel her, nahe dem Einkaufszentrum Rhein Center in Weil am Rhein. (17. Januar 2015)
Georgios Kefalas, Keystone
Schneller zur Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer: Ein Automat der Thurgauer Firma Refund Suisse ermöglicht das Einlesen von Ausfuhrscheinen und Quittungen.
Schneller zur Rückerstattung der deutschen Mehrwertsteuer: Ein Automat der Thurgauer Firma Refund Suisse ermöglicht das Einlesen von Ausfuhrscheinen und Quittungen.
Screenshot SRF
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Der Schweizer Detailhandel hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Schuld daran haben vor allem zwei Entwicklungen. Einerseits kauften seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses deutlich mehr Schweizer im Ausland ein. Sie gaben dort acht Prozent mehr aus, als im Vorjahr. Andererseits trübte sich die Konsumentenstimmung ein. 2016 soll es besser werden.

Die Detailhandelsumsätze sanken 2015 in der Schweiz laut einer Studie der Credit Suisse um rund 0,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies ist eine deutliche Verschlechterung zum Jahr 2014, als die Verkaufserlöse um rund 1,1 Prozent zugelegt hatten.

Zu dieser Entwicklung haben hauptsächlich vier Effekte beigetragen: Negativ schlugen seit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses am 15. Januar 2015 die markant ausgeweiteten Auslandseinkäufe der Schweizer Bevölkerung zu Buche. Deren Wert liege bei annähernd 11 Milliarden Franken. In Deutschland gaben die Schweizer 11 Prozent mehr aus als im Vorjahr.

Wie diese Grafik zeigt, haben die Ausland-Einkäufe an den Grenzen von Basel und Schaffhausen am meisten zugenommen.
Wie diese Grafik zeigt, haben die Ausland-Einkäufe an den Grenzen von Basel und Schaffhausen am meisten zugenommen.

Ausserdem drückten im Jahresverlauf die Griechenland-Krise und die sich häufenden Meldungen zu Stellenreduktionen in der Schweiz auf die Konsumentenstimmung.

Höhere Kaufkraft

Allerdings führte die Wechselkursentwicklung auch dazu, dass die Schweizer Konsumenten über eine höhere Kaufkraft verfügten und sich somit mehr Produkte leisten konnten. Zudem wuchs die Bevölkerung der Schweiz wiederum leicht, was ebenfalls für höhere Detailhandelsumsätze sorgte.

Der vermehrte Einkaufstourismus sowie die Verschlechterung der Konsumentenstimmung überlagerten jedoch unter dem Strich die positiven Effekte bei der Kaufkraft und beim Bevölkerungswachstum, so dass die Nachfrage im Detailhandel insgesamt um besagte 0,4 Prozent rückläufig war.

Das Preisniveau ist im Vergleich zu den Nachbarländern in der Schweiz deutlich höher.

Für 2016 rechnet die Credit Suisse mit einer Zunahme des nominellen Umsatzes im Schweizer Detailhandel von 0,3 Prozent, obwohl der Wechselkurs zum Euro noch bei 1.10 je Franken verharren dürfte. Dank des etwas höheren verfügbaren Einkommens und der sich nur leicht abschwächenden Nettozuwanderung erwarten die Experten, dass sich die Nachfrage 2016 deutlich besser entwickeln wird als 2015. Und dies vor dem Hintergrund, dass sich die Stimmung unter den Konsumenten kaum markant aufhellt und der Einkaufstourismus auf hohen Niveau bleibt.

SDA/ij

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