Sechs Gründe, wieso es der Schweizer Wirtschaft gut geht

Die hohen Temperaturen stören die Wirtschaft nicht, sie läuft auf Hochtouren. Die wichtigsten Ursachen dafür.

Die Exportbranche ist zuversichtlich: Montageroboter vom Schweizer Industriekonzern ABB beim deutschen Autobauer BMW.

Die Exportbranche ist zuversichtlich: Montageroboter vom Schweizer Industriekonzern ABB beim deutschen Autobauer BMW. Bild: SVEN HOPPE/Keystone

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Drohender Handelsstreit, internationale Sanktionen und wochenlange Hitze – mehrere Faktoren könnten die wirtschaftliche Entwicklung in der Schweiz abwürgen. Laut der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich gibt es derzeit kaum Anzeichen dafür, dass die gute Wirtschaftslage bald enden könnte. Sechs Gründe für das Hoch.

1.

Die Wirtschaft ist im Hoch. «Das erste Halbjahr 2018 war für die Schweizer Wirtschaft gut», so Klaus Abberger, Leiter der KOF Konjunkturumfragen bei der ETH Zürich. Die Wirtschaft sei in einer guten Phase, auch wenn sich der Aufschwung zuletzt etwas verlangsamt habe. Die Firmen seien zuversichtlich, dass es so weitergehe.

2.

Der Frankenschock sei grösstenteils verdaut. Das gilt laut KOF nicht nur für die Exportindustrie, sondern auch für die Binnennachfrage. Das führt dazu, dass zuletzt vor rund zehn Jahren so viele Betriebe sagten, dass ihr Geschäft gut laufe. Die Auslastung sei gut. Vielerorts sogar so gut, dass viele Industriebetriebe begonnen haben, die Kapazität auszubauen. Auch der Tourismus profitiert. Die Übernachtungszahlen hätten sowohl bei inländischen als auch bei ausländischen Gästen zugelegt, heisst es bei der KOF.

3.

Die Beschäftigung sollte steigen. Den Firmen fehlt es an Personal. Mehr Unternehmen aus verschiedenen Branchen geben bei der KOF-Umfrage an, dass sie zu wenige Mitarbeiter haben, um mit der guten Nachfrage mitzuhalten. Das sollte dazu führen, dass sie wieder vermehrt Personal anstellen. Die Personalknappheit hat sich laut den Daten der KOF zum letzten Mal 2011 so deutlich gezeigt.

4.

Die Hitze spielt kaum eine Rolle. Die Temperatur habe laut KOF für die Industriebetriebe keine Auswirkung. Zwar klagen rund ein Drittel der Wirte über die hohen Temperaturen, doch würden in Schlechtwetterperioden rund die Hälfte der Beizer das nasse Wetter für den schlechten Geschäftsgang verantwortlich machen. Die Landwirtschaft, die wegen der Hitze Ernteausfälle beklagt, wird von der KOF nicht erfasst.

5.

Das Sorgenkind stabilisiert sich. Laut KOF profitiere langsam auch der Detailhandel von der guten Schweizer Wirtschaftslage. Auch die Hitze habe nicht dafür gesorgt, dass die Konsumenten zu Hause blieben. Die Kundenfrequenzen in den Läden blieben zuletzt stabil. Der Strukturwandel, wie die Verlagerung in den Onlinehandel, sei zwar noch nicht abgeschlossen, aber es herrsche keine Untergangsstimmung mehr.

6.

Kaum Unwägbarkeiten. Sorgen bereiten den Schweizer Firmen einzig die möglichen Auswirkungen des Handelsstreits zwischen den USA und der EU sowie der Zwist der Vereinigten Staaten mit China. Die Firmen sind daher etwas vorsichtiger als noch vor einigen Wochen, heisst es bei der KOF.

Erstellt: 07.08.2018, 18:34 Uhr

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