SNB schreibt Verlust von 6,68 Milliarden Franken

Vor allem wegen Verlusten auf den Dollarbeständen: Die Schweizerische Nationalbank schreibt im zweiten Quartal tiefrote Zahlen. Im Halbjahr weist sie ein kleines Plus aus.

Passanten gehen an der Baustelle vor der Schweizerischen Nationalbank vorbei. (Archivbild)

Passanten gehen an der Baustelle vor der Schweizerischen Nationalbank vorbei. (Archivbild) Bild: Peter Klaunzer/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweizerische Nationalbank schreibt im zweiten Quartal einen Verlust von 6,68 Milliarden Franken. Hauptgrund sind Einbussen auf den Dollarbeständen. Wegen des hohen Gewinns im ersten Quartal resultiert zum Halbjahr dennoch ein Plus von 1,21 Milliarden Franken.

Die wechselkursbedingten Verluste beliefen sich von Januar bis Juni auf insgesamt 11,8 Milliarden Franken. Die Wechselkursgewinne auf dem Euro konnten die Verluste auf den anderen Anlagewährungen, insbesondere auf dem US-Dollar, nicht kompensieren, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) am Montag mitteilte.

Dank Zins- und Dividendenerträgen weist die Nationalbank auf den Fremdwährungspositionen im ersten Semester dennoch einen kleinen Gewinn von 0,1 Milliarden Franken aus. Auf dem Goldbestand resultierte ein Bewertungsgewinn von 0,3 Milliarden Franken. Der Gewinn auf den Frankenpositionen belief sich auf 0,9 Milliarden Franken.

Massnahme gegen starken Franken

Um den Franken nicht zu stark werden zu lassen, hat die Nationalbank ihre Euro- und Dollarbestände in den vergangenen Jahren stark erhöht und damit Anleihen und Aktien gekauft. Dies hat dazu geführt, dass die Ergebnisse, je nach Kursentwicklung der Fremdwährungen und Wertschriften, starken Schwankungen unterworfen sind.

So schrieb die SNB im ersten Quartal 2017 einen satten Gewinn von fast 8 Milliarden Franken. Sie profitierte damals von der Börseneuphorie im Zuge der Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten, hält sie doch einen Fünftel ihrer Anlagen in Aktien. Im Schlussquartal 2016 hatte dagegen ein Verlust von gut 4 Milliarden Franken resultiert. (kaf/sda)

Erstellt: 31.07.2017, 07:30 Uhr

Artikel zum Thema

Plötzlich läuft es rund für Thomas Jordan

Der Franken schwächelt und sinkt mit 1.14 gegenüber dem Euro auf den tiefsten Stand seit der Aufhebung des Mindestkurses. Kann die Nationalbank nun bald die Negativzinsen aufheben? Mehr...

Euro-Franken-Kurs knackt die 1.14-Marke

Der Franken ist heute zum Euro erneut deutlich schwächer geworden. Es wird spekuliert, ob eine Intervention der SNB die Ursache dafür sein könnte. Mehr...

Die SNB kommt von der Notpolitik nicht weg

Während in den USA die Notenbank die Zinsen erneut angehoben hat, hält die Schweizerische Nationalbank noch lange an Negativzinsen und Interventionen fest. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Buntes Treiben: Mit dem Schmutzigen Donnerstag hat auch die Luzerner Fasnacht begonnen. Am Fritschi-Umzug defilieren die prächtig kostümierten Gruppen und Guggen durch die Altstadt. (20. Februar 2020)
(Bild: Ronald Patrick/Getty Images) Mehr...