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So will Putin die Ukraine an den Verhandlungstisch zwingen

Russland will, dass sich die Ukraine an den Verhandlungstisch setzt. Falls sich Kiew weigert, muss es um die russischen Gaslieferungen bangen.

Der Gasstreit verschärft sich: Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit den Regierungsministern (9. April 2014).
Der Gasstreit verschärft sich: Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen mit den Regierungsministern (9. April 2014).
AFP

Im Streit ums Gas setzt Russlands Präsident Wladimir Putin Kiew weiter unter Druck. Zwar forderte Putin heute den Gazprom-Konzern auf, nicht sofort nur noch gegen Vorkasse Gas an die Ukraine zu liefern. Allerdings müsse sich Kiew zu Verhandlungen an den Tisch setzen, sonst werde das Nachbarland «nur noch das erhalten, was es auch bezahlt hat», sagte Putin bei einem Treffen der Regierung in Moskau.

Die Forderung, künftig Vorauszahlungen der Ukraine für die Gaslieferung zu verlangen, sei mit dem Abkommen zwischen den beiden Ländern im Einklang, sagte Putin weiter.

Anfang März hatte Moskau Kiew die letzten Rabatte für Gaslieferungen gestrichen, die sie dem mittlerweile abgesetzten Präsidenten Viktor Janukowitsch gewährt hatte. Dadurch wurden die Kosten für russisches Gas im Nachbarland drastisch erhöht. Die ukrainische Übergangsregierung akzeptiert den Schritt aber nicht. Inzwischen steht das pleitebedrohte Land mit 2,2 Milliarden Dollar bei Russland in der Kreide.

Keine wirtschaftliche Unterstützung

Vor dem Hintergrund der Krise sagte Putin, Russland könne die frühere Sowjetrepublik «nicht ewig» wirtschaftlich «unterstützen». Wenn die Rabatte endgültig fallen, würde die Ukraine noch tiefer in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Eine Lieferung nur gegen Vorauszahlung könnte dazu führen, dass der Gashahn ein Stück weit zugedreht wird.

Die Ukraine ist auf russisches Gas angewiesen. Sie deckt zurzeit etwa 60 Prozent ihres Gasbedarfs mithilfe russischer Lieferanten. Im Jahr 2010 war zwischen Kiew und Moskau eine Rabattregelung ausgehandelt worden, damit Russland im Gegenzug seine Schwarzmeerflotte auf der ukrainischen Krimhalbinsel belassen kann. Inzwischen hat Russland die Krim aber seinem eigenen Staatsgebiet einverleibt.

(sda/afp)

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