Der Apfeldrink aus Kiwisaft

Oft steckt herzlich wenig bis gar nichts von der Namen gebenden Frucht in Softdrinks. Dies ist rechtlich heikel.

Man soll offen bleiben für Neues, fordert diese Somersby-Werbung. Ob damit gemeint ist, dass Apfel auch Kiwi sein kann, ist unklar.

Man soll offen bleiben für Neues, fordert diese Somersby-Werbung. Ob damit gemeint ist, dass Apfel auch Kiwi sein kann, ist unklar. Bild: PD

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Immer wieder tauchen Getränke am Markt auf, die anders zusammengesetzt sind, als man aufgrund der Verpackung erwarten würde. So enthalten gewisse Softdrinks deutlich mehr Saft von Früchten, die weder im Namen des Produkts noch auf der Etikette vorkommen, als von der Namen gebenden Frucht selbst.

So hat es im aus den USA stammenden Drink «Arizona Watermelon» vor allem Birnensaft (8 Prozent) und nur wenig Wassermelonensaft (1,4 Prozent). Der Grossverteiler Coop, der das Getränk verkauft, wollte sich nicht zur Frage äussern, ob die Konsumenten damit getäuscht würden. Ein anderes Beispiel: «Fanta Mango» enthält keinen Mangosaft, dafür Orangensaft. Für den Mangogeschmack sorgen gemäss Zutatenliste «natürliche Mangoaromen».

Solche Unterschiede zwischen Inhalt und Erscheinungsbild sind rechtlich problematisch, befand die Lauterkeitskommission 2015. Es ging um das Getränk «Somersby Apple Original». Der Hersteller Feldschlösschen hatte in einem TV-Spot den falschen Eindruck erweckt, das Getränk bestehe aus Äpfeln. Tatsächlich beinhaltet das Getränk aber bloss 7 Prozent Apfelsaft, dafür 27 Prozent Fruchtwein, ein Drittel davon Kiwisaft aus Konzentrat.

«Da der TV-Spot konstant und prägnant das Sujet des Apfels in den Vordergrund stellt, wird das Produkt im Gesamteindruck als Getränk dargestellt, das aus Äpfeln hergestellt wird», urteilte das Kontrollorgan der Schweizer Werbebranche. Somit sei die Werbung für den Durchschnittskonsumenten «irreführend».

Die Firma Feldschlösschen sagt heute dazu, sie habe bei der Kommunikation von «Somersby Apple Original» Anpassungen vorgenommen: «Beispielsweise weisen wir darauf hin, dass es sich um eine Kombination aus Apfelsaft und Fruchtwein handelt.» (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 16.05.2017, 08:30 Uhr

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