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Beitragslücken: So wird die AHV-Rente gekürzt

Schon fünf fehlende Beitragsjahre führen zu einer lebenslangen Rentenkürzung von mehr als 11 Prozent.

Entstehen die Beitragslücken in einer Zeit, in der man in der Schweiz versichert war, so kann man sie durch Nachzahlung füllen, längstens aber fünf Jahre zurück.
Entstehen die Beitragslücken in einer Zeit, in der man in der Schweiz versichert war, so kann man sie durch Nachzahlung füllen, längstens aber fünf Jahre zurück.
Kay Nietfeld, Keystone

Zwei Faktoren sind für die Höhe der AHV-Rente entscheidend: die Beitragsjahre und das Einkommen. Wer lückenlos Beiträge bezahlt, aber immer nur gerade den Mindestbetrag, bekommt im Alter die minimale volle AHV-Rente. Sie liegt derzeit bei 1175 Franken. Für eine maximale Einzelrente von 2350 Franken braucht es zusätzlich zur lückenlosen Beitragszeit ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 84'600 Franken. Nur dann sind die Beiträge hoch genug.

Die volle Beitragszeit beträgt für Männer 44 Jahre. Bei den Frauen sind es derzeit 43 Jahre. Kommt die im März vom Parlament verabschiedete Rentenreform 2020 durch, werden auch die Frauen 44 Jahre lang Beiträge entrichten müssen, um eine ungekürzte Rente zu erreichen. Gezählt wird erst ab dem Jahr, in welchem man das 21. Altersjahr vollendet bis zum Jahr vor dem Rentenalter.

2,3 Prozent weniger Rente

Ein fehlendes Beitragsjahr bedeutet somit, dass man von den 44 vollen Jahren ein Jahr lang nichts oder nicht wenigstens den Mindestbeitrag bezahlt hat. Das führt demzufolge zu einer Kürzung der AHV-Rente von 1/44 oder umgerechnet 2,3 Prozent. Zwei fehlende Beitragsjahre führen zu einer Kürzung von 2/44 usw. Die Kürzung wird bei Männern und Frauen genau gleich berechnet.

Folgende Beispiele anhand der maximalen Rente von 2350 Franken zeigen, wie sich die Kürzungen auswirken:Beitragslücke Kürzung Betrag Gekürzte RenteEin Jahr => 1/44 = 53 Franken=> 2297 FrankenZwei Jahre => 2/44 = 106 Franken=> 2244 FrankenFünf Jahre => 5/44 = 267 Franken=> 2083 Franken

Schon zwei fehlende Beitragsjahre kürzen die maximale Rente um mehr als 100 Franken. Bei einer Beitragslücke von fünf Jahren wird die Rente lebenslang um mehr als 11 Prozent gekürzt. Um zu prüfen, ob Beitragslücken bestehen, kann man bei der zuständigen AHV-Ausgleichskasse einen Auszug vom persönlichen AHV-Konto bestellen.

Entstehen die Beitragslücken in einer Zeit, in der man in der Schweiz versichert war, so kann man sie durch Nachzahlung füllen, längstens aber fünf Jahre zurück. Oft werden die Lücken erst bei der Berechnung der Rente entdeckt. Da gibt es die Möglichkeit, sie mit Beiträgen aus den Jugendjahren zu schliessen. Damit sind Beiträge gemeint, die man vor dem 21. Altersjahr entrichtet hat. Nicht alle können indes solche frühen Beitragsjahre vorweisen. Deshalb gibt es mit der Altersreform 2020 künftig eine zusätzliche Möglichkeit zum Schliessen von Beitragslücken: länger arbeiten über das AHV-Alter hinaus. Dabei genügt es bereits, wenn man zu einem reduzierten Pensum erwerbstätig bleibt.

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