Die Festlegung der Arbeitszeit ist Chefsache

Arbeitnehmende haben keinen Anspruch auf Teilzeit oder flexible Arbeitszeiten. Auch Väter und Mütter nicht.

Wer bestimmt, wer wie lange arbeiten muss? Foto: PD

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  • Die normale Arbeitszeit: Es ist grundsätzlich Sache der Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber, die Arbeitszeit festzulegen. Diese kann schriftlich im Vertrag oder mündlich vereinbart sein. Ist nichts Explizites abgemacht, ergibt sich die Arbeitszeit aus dem, was im Betrieb oder in der Branche üblich ist. Das Arbeitsgesetz setzt den Unternehmen indes gewisse Schranken. So gibt es Vorgaben für die wöchentliche Höchstarbeitszeit, sowie für minimale Pausen und Ruhezeiten. Schliesslich ist das Arbeiten am Sonntag nur in den vom Gesetz genannten Betrieben oder mit behördlicher Bewilligung erlaubt.

  • Teilzeit und flexible Arbeitszeiten: Arbeitgeber müssen bei der Festlegung der Arbeitszeit auf Arbeitnehmende mit Kindern unter 15 Jahren Rücksicht nehmen. Einen Anspruch auf flexible Arbeitszeiten haben Väter und Mütter indes nicht. Auch nicht auf Teilzeit. Der Nationalrat hat es gerade in der vergangenen Sommersession abgelehnt, Eltern einen rechtlichen Anspruch auf eine Pensenreduktion zu gewähren. Wer zu einem reduzierten Pensum oder flexibel arbeiten will, ist somit auf das Entgegenkommen des Chefs oder der Chefin angewiesen.

  • Kurzfristige Änderungen der Arbeitszeit: Wer zu wechselnden Zeit oder Schichten arbeitet, hat ein Anrecht darauf, möglichst frühzeitig über seine Stundenpläne informiert zu werden. In der Regel wenigstens zwei Wochen vor dem geplanten Einsatz. Kurzfristige Änderungen sind zulässig, sofern sie aus betrieblichen Gründen dringend sind. Das setzt voraus, dass es sich um Situationen handelt, die für den Arbeitgeber nicht vorhersehbar waren. Regelmässige kurzfristige Änderungen müssen Arbeitnehmende hingegen nicht hinnehmen, erst Recht nicht, wenn solche Änderungen die Folge eine planerischen Chaos im Betrieb sind. Denn es gilt der Grundsatz, dass der Arbeitgeber das Betriebsrisiko nicht auf die Mitarbeitenden überwälzen darf, sagt Rechtsanwalt und Arbeitsrechtsexperte Roger Rudolph.

  • Langfristige Änderungen der Arbeitszeit: Sind die Arbeitszeiten vertraglich abgemacht und will der Arbeitgeber wesentliche Änderungen vornehmen, wie zum Beispiel einen permanenten Wechsel von der Frühschicht zur Abendschicht, so braucht es dafür die Zustimmung des betroffenen Mitarbeitenden oder der Mitarbeitern. Dabei sind die Arbeitgeber allerdings aber am längeren Hebel. Denn wenn der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin in den Wechsel der Arbeitszeit nicht einwilligt, kann der Arbeitgeber zum Mittel der Änderungskündigung greifen. Den Angestellten bleibt dann nur noch, die Änderung anzunehmen, ansonsten verlieren sie ihre Stelle. Auch wenn die Arbeitszeit nicht explizit vereinbart ist, die Mitarbeitenden aber bereits längere Zeit (ungefähr ein Jahr) zu bestimmten Zeiten gearbeitet haben, braucht es für eine Änderung der Arbeitszeit die Zustimmung der betroffenen Mitarbeitenden, sagt Roger Rudolph.

Erstellt: 25.06.2017, 19:30 Uhr

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