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Kann ich stempeln gehen, wenn mein Mann der Chef ist?

Andrea Fischer beantwortet Ihre Fragen zum Arbeitsrecht, Konsumrecht, Sozialversicherungsrecht und Familienrecht.

Unlängst haben Sie darüber berichtet, dass Arbeitnehmende mit einer arbeitgeberähnlichen Stellung nicht einfach stempeln gehen können, wenn sie den Job verlieren. Dasselbe gelte auch für deren Ehegatten, die im Betrieb mitarbeiten. Das hat mich sehr verunsichert, und ich wüsste gerne, wie das in meinem Fall konkret aussähe. Ich bin seit zwei Jahren als Buchhalterin im Betrieb meines Sohnes angestellt. Es handelt sich dabei um eine Einzelfirma. Da es der Firma wirtschaftlich nicht mehr so gut geht, möchte mein Sohn den Betrieb seinem Vater, also meinem Mann, übergeben und sich vermehrt um seine zweite Firma kümmern. Mein Ehemann würde dann zum Besitzer der Firma, mein Arbeitsvertrag bliebe unverändert. Angenommen, mein Sohn könnte mir den Lohn nicht mehr auszahlen und ich würde die Stelle verlieren, hätte ich dann als seine Angestellte Anrecht auf Arbeitslosengeld? Und wie wäre es, wenn die Einzelfirma an meinen Mann überginge und ich seine Angestellte wäre: Kann ich dann stempeln gehen? Würde sich etwas ändern, wenn mein Mann die Einzelfirma in eine GmbH umwandeln würde?

Nein, das würde für Sie nichts ändern. Als geschäftsführender Gesellschafter in einer GmbH hätte ihr Mann eine arbeitgeberähnliche Stellung. Als Inhaber einer Einzelfirma ist er ein Selbstständigerwerbender. Damit ist er selber vom Bezug von Arbeitslosengeld ausgeschlossen, aber auch Sie als im Betrieb mitarbeitende Ehefrau. Damit Sie als Angestellte Ihres Mannes stempeln gehen könnten, müsste Ihr Mann seine arbeitgeberähnliche Stellung zuerst vollständig aufgeben. Das wäre etwa der Fall, wenn er den Betrieb auflösen oder verkaufen würde oder wenn die Firma Konkurs anmelden müsste.

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