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Lange Absenzen, weniger Ferien

Wer wegen Krankheit oder eines Unfalls längere Zeit nicht arbeiten kann, dem droht eine Kürzung der Ferien. Im ersten Krankheitsmonat ist eine Reduktion noch nicht erlaubt. «Man muss mindestens zwei ganze Monate im Jahr gefehlt haben, bevor einem die Ferien gekürzt werden dürfen», sagt Rechts­professor Roger Rudolph von der Universität Zürich. Gekürzt ­werden darf zudem nur für volle Monate Absenz. Die Reduktion beträgt pro Absenzmonat ein Zwölftel der Ferien.

Mit Monat ist laut Roger Rudolph nicht der Kalendermonat, sondern der Arbeitsmonat gemeint. «Für die Berechnung der Arbeitsverhinderung zählen nur die Arbeitstage.» Ein Monat hat bei einer Fünftagewoche und einem Pensum von 100 Prozent im Schnitt 21,75 Arbeitstage – mit dieser Zahl rechnen auch Gerichte. «Sobald also jemand 21,75 Arbeitstage gefehlt hat, ist ein voller Monat Absenz erreicht», so Experte Rudolph.

Ferienkürzung ist zulässig

Weil die Ferien erst ab dem zweiten vollen Monat gestutzt werden dürfen, muss man also mindestens 43,5 Arbeitstage (2-mal 21,75 Tage) krank gewesen sein. Danach braucht es für eine weitere Reduktion wiederum 21,75 Krankheitstage.

Ein Beispiel: Eine Arbeitnehmerin mit 100-Prozent-Pensum ist in einem Jahr insgesamt 80 Tage arbeitsunfähig. Für die ersten 21,75 Tage ist eine Ferienkürzung nicht zulässig. In der verbleibenden Zeit sind die nötigen 21,75 Fehltage noch zweimal erfüllt. Somit dürfen ihr die jährlichen Ferien um zwei Zwölftel reduziert werden.

Um zu berechnen, wie viel dies konkret ausmacht, sind auch die Ferien in Arbeitstage um­zuwandeln. Vier Wochen Ferien entsprechen 20 Tagen. Zwei Zwölftel davon sind drei ein drittel Tage. Bei Teilzeitarbeit erfolgt die Berechnung analog. (afi)

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