Wie man den Lohn der Putzfrau korrekt abrechnet

Wer die Reinigungskraft nicht richtig versichert, riskiert eine Busse.

Spätestens beim Arzt taucht die Frage nach der obligatorischen Unfallversicherung auf: eine Mitarbeiterin eines Reinigungsinstitutes. Bild: Keystone

Spätestens beim Arzt taucht die Frage nach der obligatorischen Unfallversicherung auf: eine Mitarbeiterin eines Reinigungsinstitutes. Bild: Keystone

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Ende Jahr wird abgerechnet. Wer im Privathaushalt jemanden beschäftigt, sollte in diesen Wochen ein Formular für die Ausgleichskasse ausfüllen. Bei der SVA Zürich läuft die Eingabefrist Ende Januar ab. Egal, ob Putzfrau, Gärtner oder andere Hausangestellte – wer für sich privat stundenweise Leute einsetzt, wird zum Arbeitgeber oder zur Arbeitgeberin. Damit sind nebst der Lohnzahlung eine Reihe weiterer Pflichten verbunden.

Wer gelegentlich Personal beschäftigt, muss wie in jedem Arbeitgeberverhältnis AHV sowie IV abrechnen und die Angestellten gegen Unfall versichern. Auch der Ferienanspruch ist in das Gehalt einzurechnen. Das klingt kompliziert, doch dank eines vereinfachten Verfahrens ist der Aufwand relativ leicht zu bewältigen. 

Hilfe durch Online-Rechner

Statt monatlich müssen bei diesem Verfahren die Sozialversicherungen nur einmal pro Jahr abgerechnet werden. Zudem werden auch gleich fünf Prozent Steuern abgezogen. Viele Angestellte schätzen es, wenn sie dank dieser Quellenbesteuerung auf eine Deklaration in der jährlichen Steuererklärung verzichten können. Zudem ist der Satz vergleichsweise tief. Dieses Verfahren ist aber nur bei tiefen Bruttoeinkommen von bis zu 21150 Franken möglich. Liegt es höher, kommt auch noch die berufliche Vorsorge hinzu. Für die obligatorische Unfallversicherung gibt es viele Anbieter. In der Regel kostet diese 100 Franken pro Jahr. 

Manche Ausgleichskassen bieten mit Online-Rechnern zusätzliche Hilfestellung. So zum Beispiel die SVA Zürich auf ihrer Internetsite. Sie ist unter den Stichworten «Online Rechner» und «Hausangestellte» leicht zu finden. Dort werden nach Angabe von Lohn und Ferienansprüchen alle Zahlen sekundenschnell kalkuliert. Zudem gibt es ein Formular, das für die korrekte monatliche Lohnabrechnung genutzt werden kann. Einmal ausgefüllt, müssen Arbeitgeber in den Folgemonaten nur noch die Zahl der Arbeitsstunden eintragen, und der Rest berechnet sich von selbst.

Im eigenen Haushalt verletzt

Wer die Versicherungen von Hausangestellten nicht korrekt abrechnet und in diesem Sinne Personal schwarz beschäftigt, der schmälert nicht nur die soziale Absicherung der Angestellten – er riskiert auch, selber Probleme zu bekommen. Dies trifft beispielsweise dann zu, wenn die Ausgleichskasse Hinweise erhält und Nachzahlungen mitsamt fünf Prozent Verzugszins verlangt.

Es kommt auch vor, dass sich eine Reinigungskraft während der Arbeit im eigenen Haushalt verletzt, zum Beispiel weil sie von einer Leiter stürzt. Spätestens beim Arzt taucht die Frage nach der obligatorischen Unfallversicherung auf.

Sonderfall Sackgeldjob

Fehlt diese, muss der Arbeitgeber die Behandlungskosten zwar nicht bezahlen, wie Jürg Thalmann von der Mobiliar erläutert. In solchen Fällen übernimmt die Ersatzkasse UVG die Heilungskosten. Doch gleichzeitig büsst sie den Arbeitgeber, nachdem sie den Einzelfall geprüft hat. Zudem wird dieser dazu verknurrt, eine Unfallversicherung abzuschliessen und rückwirkend die Prämien zu begleichen. 

In eine andere Kategorie der Lohnabrechnung fallen sogenannte Sackgeldjobs. Ein Beispiel dafür ist der Kinderhütedienst des Nachbarmädchens. Hier braucht es keine Lohnabrechnung. Seit 2015 muss eine Familie für Sackgeldjobs auch keine Sozialbeiträge wie AHV und IV entrichten. Und bis zu einem Alter von 25 Jahren und einem Verdienst von jährlich 750 Franken ist auch die Unfallversicherung nicht obligatorisch. Für ältere Babysitter hingegen schon.

Erstellt: 02.01.2019, 07:55 Uhr

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