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Spanien erwägt angeblich Scheinantrag um EU-Hilfe

Madrid Das Euro-Krisenland Spanien stellt offensichtlich neue Erwägungen an, um die Europäische Zentralbank (EZB) zu einem massiven Ankauf spanischer Staatsanleihen zu bewegen.

Damit sollen die hohen Zinsen am Kapitalmarkt gedrückt werden, mit denen Spanien zu kämpfen hat. Wie die «Financial Times» (FT) und das «Wall Street Journal» (WSJ) am Dienstag unter Berufung auf einen hohen spanischen Regierungsbeamten berichteten, erwägt Madrid eine Art von Scheinantrag um Hilfen vom EU-Rettungsfonds ESM. In Wirklichkeit wolle die viertgrösste Wirtschaftsmacht der Euro- Zone aus dem Fonds keine Gelder in Anspruch nehmen. Madrid wolle lediglich die Bedingung der EZB erfüllen, wonach für den Aufkauf von Staatsanleihen durch die EZB ein Hilfsantrag beim ESM notwendig ist. Wenn Spanien ein Gesuch gestellt und damit den Weg für eine Intervention der EZB auf den Anleihemärkten freigemacht habe, könne der Zinssatz für Zehn-Jahres-Anleihen bereits am Folgetag um 1,5 Prozentpunkte fallen, sagte der Beamte laut WSJ. Damit würden die Refinanzierungskosten für die spanischen Staatsschulden rasch sinken und Spanien werde letztlich wohl überhaupt keine Mittel aus dem Rettungsfonds benötigen. «Man könnte sagen, es ist eine virtuelle Kreditlinie», wird der Beamte zitiert. Spanien will nach Informationen beider Zeitungen mit einem Hilfsantrag an den europäischen Rettungsfonds jedoch abwarten, bis Gewissheit herrscht, dass alle Länder in der Euro-Zone das Gesuch unterstützen. Ein baldiger Antrag Spaniens sei daher sehr unwahrscheinlich.

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