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Spuren aus Janukowitschs Estrich führen zur CS

Nachdem Wiktor Janukowitsch als Präsident der Ukraine gestürzt wurde, liess die Schweiz seine Konten sperren. Jetzt sind neue Belege für sein Korruptionssystem aufgetaucht.

Ein Foto fürs Familienalbum – und das Geschichtsbuch: Ukrainer fotografieren sich vor der Residenz Meshijria des geflohenen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch in Nowi Petriwtsi ausserhalb Kiews. (22. Februar 2014)
Ein Foto fürs Familienalbum – und das Geschichtsbuch: Ukrainer fotografieren sich vor der Residenz Meshijria des geflohenen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch in Nowi Petriwtsi ausserhalb Kiews. (22. Februar 2014)
Konstantin Chernichkin, Reuters
Ein Leben in Saus und Braus: Ein Mann zieht eine Flasche aus einem Weinschrank in der Residenz Meshijria des geflohenen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch in Nowi Petriwtsi ausserhalb Kiews. (22. Februar 2014)
Ein Leben in Saus und Braus: Ein Mann zieht eine Flasche aus einem Weinschrank in der Residenz Meshijria des geflohenen ukrainischen Präsidenten Wiktor Janukowitsch in Nowi Petriwtsi ausserhalb Kiews. (22. Februar 2014)
Konstantin Chernichkin, Reuters
Wurde entmachtet: Wiktor Janukowitsch.
Wurde entmachtet: Wiktor Janukowitsch.
AFP
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Luxusuhren in Gstaad oder eine zwei Millionen teure Luxusjacht, die über ein Konto bei der Credit Suisse bezahlt wurde. Das sind Käufe, für die die «Sonntags-Zeitung» bei Recherchen in Janukowitschs verlassener Residenz ausserhalb von Kiew Belege gefunden hat.

Der Ex-Präsident der Ukraine hatte sein Anwesen am 22. Februar unter dem Druck der Strasse verlassen müssen. Er liess zwar seine Villa säubern. Doch wie die «Sonntags-Zeitung» in ihrer aktuellen Ausgabe schreibt, hatte er dabei ein Estrichabteil übersehen. Die dort gefundenen Belege zeigten eine Geldspur in die Schweiz, wo Janukowitsch seiner Gier nach Luxus gefrönt habe.

Geldwäscherei im grossen Stil

Dass Janukowitsch und seine Entourage grössere Summen in der Schweiz parkiert haben, wird seit Längerem vermutet. Der Bundesrat hatte vor zwei Wochen allfällige Vermögenswerte von Janukowitsch und seinem Umfeld sperren lassen. Anfang dieser Woche wurden die Sperren auf weitere Personen ausgeweitet. Ob und wie viel Geld ukrainische Politiker und ihre Familien in der Schweiz haben, ist allerdings nicht bekannt.

Die Bundesanwaltschaft prüft inzwischen auch einen Geldwäscherei-Verdacht gegen den ehemaligen ukrainischen Präsidenten. Bei der Meldestelle für Geldwäscherei (MROS) ist eine entsprechende Anzeige eingegangen.

Bereits eine Strafuntersuchung gegen den gestürzten Präsidenten und dessen Umfeld führt die Genfer Staatsanwaltschaft. Sie verdächtigt Janukowitsch und dessen Sohn Alexander der Geldwäscherei in grossem Stil. Auch in den Geschäftsräumen der DTEK Trading, die dem reichsten Ukrainer Rinat Achmetow gehört, wurde eine Hausdurchsuchung durchgeführt. Die Belege aus Janukwotischs Villa sollen der Genfer Staatsanwaltschaft nun dabei helfen, Konten mit Korruptionsgeldern zu finden.

Luxusgeschenke für das Wohlwollen der Elite

Exklusive Geschenke gehörten laut dem Geldwäschereispezialisten Daniel Thelesklaf zum Korruptionssystem von Janukowitsch. «Luxusgüter eignen sich hervorragend, um sich in der Ukraine als bedeutender Unternehmer das Wohlwollen der regierenden Elite zu sichern», sagt er gegenüber der «Sonntags-Zeitung». Thelesklaf ist Leiter der Geldwäschereimeldestelle Liechtensteins. Liechtenstein hat wie die Schweiz Konten von Ukrainern aus dem Umfeld Janukowitschs sperren lassen.

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