120-Millionen-Projekt von Adelboden am Ende

Investoren aus Kuwait, Pläne für ein riesiges Alpenbad: Ein Projekt, das vor 20 Jahren startete, ist am Ende.

Was mit dem Areal passiert, ist unklar: Ein Bauprojekt mit Überblick auf die Gemeinde Adelboden BE. (Symbolbild)

Was mit dem Areal passiert, ist unklar: Ein Bauprojekt mit Überblick auf die Gemeinde Adelboden BE. (Symbolbild) Bild: Peter Schneider/Keystone

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Das 120-Millionen-Projekt für ein luxuriöses Alpenbad in Adelboden ist endgültig gescheitert: Die Baubewilligung ist verfallen, und das Baurecht geht an die Gemeinde zurück. Das teilten der Gemeinderat und die vermeintlichen Investoren am Montag mit.

Was die Gemeinde nun mit ihrer Brache im Ortszentrum anfangen will, ist offen. Bis 1996 stand dort das Hotel Nevada. Nach der Zerstörung durch einen Brand begannen die Planungen für einen Neubau. Die Idee eines Luxushotels mit Bäderlandschaft namens Alpenbad wurde 2006 präsentiert.

Drei Jahre später lag die erste Baubewilligung vor. Doch es gab immer wieder Rückschläge. So zogen sich 2010 die kuwaitischen Investoren zurück. Später wurde das Projekt mehrfach überarbeitet, reduziert und wieder erweitert.

Baubewilligung erloschen

Die Innovafina Development AG wurde im Herbst 2014 als neuer Investor präsentiert. Ihr gelang es immerhin, die Mittel für den Abbruch der zum Areal gehörenden Liegenschaften aufzutreiben. Ende Juni 2016 wurde der Rückbau der alten Curlinghalle, des Eisfeldes und des Schwimmbades abgeschlossen und das Terrain planiert.

Damit wäre der Weg frei gewesen für den Neubau des Alpenbades - doch es fehlt offenbar das Geld. Die Baubewilligung ist nun endgültig erloschen, wie der Gemeinderat mitteilt.

Das Baurecht geht an die Gemeinde zurück. Die Details sollen im August mit der Innovafina Development AG geklärt werden. Dabei werde es auch um die Abgeltung der bisherigen Abbruchkosten gehen, schreibt die Gemeinde.

Zweifel an Rentabilität

Entwickelt wurde das Alpenbad-Projekt von der Swiss Spa Group AG (SSG). Die Projektrechte gingen 2014 an die Innovafina über. Diese strebte ein öffentlich zugängliches Bad und ein Fünfstern-Hotel mit 200 Betten an. Auch Kongressräume waren vorgesehen.

Manche Einheimische standen den Plänen von Beginn an skeptisch gegenüber. Sie zweifelten daran, dass ein Alpenbad rentieren könnte, und schlugen stattdessen den Bau eines Familienhotels vor. (foa/sda)

Erstellt: 18.07.2016, 10:22 Uhr

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