China reagiert mit Gegenzöllen auf US-Produkte

China schlägt im Handelsstreit zurück: Ab 1. Juni werden Strafzölle auf US-Waren erhoben.

Hätten noch einiges zu diskutieren: Xi Jinping und Donald Trump. (9. November 2017)

Hätten noch einiges zu diskutieren: Xi Jinping und Donald Trump. (9. November 2017) Bild: Andy Wong/Keystone

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Im Handelsstreit mit Washington reagiert China auf höhere US-Zölle und hebt seinerseits die Einfuhrgebühren auf US-Produkte im Wert von 60 Milliarden US-Dollar an. Vom 1. Juni an würden die Zölle auf die betroffenen Waren erhöht, teilte die Führung in Peking am Montag mit.

Je nach Produkt gelten dann Zölle von 10, 20 oder 25 Prozent. Die «Anpassung» sei eine «Antwort auf den US-Unilateralismus und Handelsprotektionismus», teilten die Behörden in Peking weiter mit. China hoffe, dass die USA im Sinne gegenseitigen Respekts zur bilateralen wirtschaftlichen Zusammenarbeit zurückkehrten.

Hin und her

Die beiden grössten Volkswirtschaften der Welt überziehen sich seit mehr als einem Jahr gegenseitig mit Strafzöllen. Erst in der Nacht zum Freitag war eine Zollerhöhung von zehn auf 25 Prozent für chinesische Waren im Wert von 200 Milliarden Dollar in Kraft getreten. Der Handelskonflikt belastet die Finanzplätze weltweit und schürt Sorgen vor einem globalen Konjunktureinbruch.

Während Unterstützer von Donald Trump den US-Präsidenten als gewieften Verhandlungsführer sehen, gibt es unter den Republikanern auch Stimmen, die vor den Risiken der Zollerhöhungen warnen. Viele Bauern, darunter auch Trump-Wähler, spüren nach eigenen Angaben schon jetzt die Folgen des Handelsstreits zwischen den USA und China.

Auf Twitter hatte Trump China davor gewarnt, auf die jüngst erhöhten Importzölle mit Gegenmassnahmen zu reagieren. China «sollte keine Vergeltung üben», schrieb Trump. Andernfalls werde sich die Situation für das Land nur verschlechtern, warnte er den Handelspartner.

Treffen zwischen Trump und Xi geplant

Am Rande des G-20-Gipfels in Japan im kommenden Monat könnten Trump und sein chinesischer Kollege Xi Jinping direkte Gespräche über den Handelsstreit der beiden Länder führen. Die Chancen, dass sich Trump und Xi in Osaka am 28. und 29. Juni persönlich unterhalten, seien «wahrscheinlich ziemlich gross», sagte Trumps Wirtschaftsberater Larry Kudlow am Sonntag im Sender Fox News.

Mit einer anderen Äusserung löste Kudlow Verwunderung im republikanischen Lager aus – indem er einräumte, die Zölle würden beide Seiten beeinträchtigen. «Na gut. Tatsächlich werden beide Seiten zahlen», sagte er in dem TV-Interview. Konkret räumte er ein, Unternehmen und Konsumenten in den USA würden die Zölle letztlich zahlen.

USA fordern klarere Aussagen

Mit Blick auf die am Freitag ergebnislos beendeten zweitägigen Verhandlungen in Washington sagte Kudlow, die US-Regierung sehe nicht, dass sich China «weit genug» bewegt habe. Washington fordere klarere Aussagen Pekings und werde bis dahin die Strafzölle auf chinesische Importe in die USA aufrecht erhalten. Ein «Rückzieher» Chinas sei nicht hinnehmbar.

Einen Zeitplan für mögliche weitere Verhandlungsrunden zwischen Vertretern Washingtons und Pekings gebe es nicht, sagte Kudlow. Es bestünden keine «konkreten oder definitiven» Pläne. China hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin und den US-Handelsbeauftragten Robert Lighthizer nach Peking eingeladen.

Am Samstag hatte Trump China gedroht, ein Handelsabkommen mit den USA würde «viel schlechter» ausfallen, wenn es in seiner zweiten Amtszeit ausgehandelt werde. China habe sich bei den jüngsten Verhandlungen wohl «so schwer geschlagen» gefühlt, dass es lieber die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr abwarten und auf einen Wahlsieger aus der Reihe der Demokraten hoffen wolle. «In dem Fall könnten sie weiterhin die USA Jahr für Jahr um 500 Milliarden Dollar abzocken», erklärte der Präsident. Er wisse aber, dass er die Wahl gewinnen werde. (nag/sda)

Erstellt: 13.05.2019, 14:36 Uhr

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