Credit Suisse baut 2000 weitere Stellen ab

CS-Chef Tidjane Thiam verschärft den Sparkurs. Statt – wie bisher bekannt – 4000 will er 6000 Jobs abbauen.

Tidjane Thiam, Chef von Credit Suisse, hier am World Economic Forum in Davos. (23. Januar 2016) (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

Tidjane Thiam, Chef von Credit Suisse, hier am World Economic Forum in Davos. (23. Januar 2016) (Bild: Keystone/Jean-Christophe Bott)

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Der neue Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam will 2000 weitere Jobs streichen. Diese sollen im Handelsgeschäft wegfallen. Das Handelsgeschäft weise derzeit eine hohe und unflexible Kostenbasis auf, heisst es in einer Mitteilung der Bank vom Mittwoch. Das volatile Marktumfeld und die sinkenden Umsätze im vierten Quartal hätten die Situation verschärft. Im ersten Quartal hätten sich die Umsätze im Handelsgeschäft weiterhin schwach entwickelt.

Der Sparte stünden weitere Abschreibungen bevor, heisst es in der Mitteilung. Dies werde im ersten Quartal 2016 zu einem Verlust führen, wenn auch einem geringeren als im vierten Quartal 2015. Mit dem zusätzlichen Abbau von 2000 Stellen solle der Umbau dieses Bereichs beschleunigt werden.

«Gute Fortschritte bei Reduktion der Fixkosten»

Wie die CS weiter schreibt, wird das Sparprogramm von 3,5 Milliarden Franken bis ins Jahr 2018 auf 4,3 Milliarden Franken erhöht. Fürs laufende Jahr plant die Bank Einsparungen von 1,7 Milliarden Franken zu erreichen. Mit dem zusätzlichen Sparprogramm soll die Kostenbasis bis 2018 unter 18 Milliarden Franken gedrückt werden.

«Seit Oktober 2015 haben bei der Reduktion der Fixkosten in der Bank gute Fortschritte erzielt. Unser Kostensenkungsprogramm beginnt Fahrt aufzunehmen», lässt sich Credit-Suisse-CEO Tidjane Thiam zitieren. Zudem will die CS ihre Risiko-Positionen (Risk Weighted Assets) reduzieren – und zwar auf 60 Milliarden Dollar im laufenden Jahr. Ende 2015 lag diese Zahl noch bei 83 bis 85 Milliarden.

2800 Stellen schon abgebaut

Die Credit Suisse hatte vor fünf Monaten einen weitreichenden Umbau ihres Geschäfts angekündigt. Bisher war jedoch lediglich von einem Abbau von 4000 Stellen die Rede gewesen. Gemäss Angaben vom Oktober sollten in der Schweiz 1600 Stellen wegfallen.

Mit dem zusätzlichen Abbauprogramm hat sich die Zahl der insgesamt wegfallenden Jobs auf 6000 erhöht. 2800 davon seien bisher abgebaut worden, heisst es in der Mitteilung der Bank. Alle Divisionen hätten zu den Sparmassnahmen und den Stellenreduktionen beigetragen.

2,9 Milliarden Verlust

Die Credit Suisse hat im letzten Jahr einen Verlust von 2,9 Milliarden Franken geschrieben. Die Aktie der Grossbank befindet sich seit Monaten auf einem Tiefstand und notiert aktuelle etwas über 14 Franken. Zum Vergleich: Im Sommer 2015 kostete die CS-Aktie noch 27 Franken. Nach Plan verläuft laut CS der teilweise Börsengang der Schweizer Universalbank. (sas/woz)

Erstellt: 23.03.2016, 07:41 Uhr

CS-Aktie im Plus

Dass Credit-Suisse-Chef Tidjane Thiam die Zügel anzieht und den Sparkurs verschärft, freut die Anleger: Die Aktie der Grossbank startete bei Handelsbeginn rund vier Prozent im Plus. Danach gab sie einen Teil der Gewinne ab und notierte um 9.15 Uhr noch rund zwei Prozent höher.

Die Division schreibe im ersten Quartal 2016 weiter Verluste, teilte die Bank mit, wenn auch geringere als im vierten Quartal 2015. Der Grund für die erneuten Verluste seien weitere Abschreibungen von 346 Millionen Dollar.

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