Die OECD zeigt sich «sehr besorgt» über Wirtschaftsprognose

Die OECD korrigiert ihren Ausblick nach unten. Für die Schweiz rechnet sie mit einem Wachstum von 0,7 Prozent.

Der globale Handel stagniert: Der Hafen in Hamburg. (03. Juni 2009)

Der globale Handel stagniert: Der Hafen in Hamburg. (03. Juni 2009) Bild: Roland Magunia/Keystone

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Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) hat ihre Wirtschaftsprognose weiter nach unten korrigiert. Für das laufende Jahr rechnet die Organisation in ihrem veröffentlichten halbjährlichen Wirtschaftsausblick mit 2,9 Prozent und für das kommende Jahr mit 3,3 Prozent Wachstum weltweit.

Im März hatte sie noch 4,0 Prozent für 2015 und 4,3 Prozent für 2016 erwartet. Chefökonomin Catherine Mann äusserte sich «sehr besorgt» über die Stagnation des globalen Handels und die niedrigen Investitionen. Auch für die Schweiz korrigiert die OECD die Prognosen nach unten und rechnet nun mit 0,7 Prozent Wachstum für dieses Jahr (statt 0,8 Prozent wie noch im Juni). Für das nächste Jahr korrigiert sie die Prognosen von 1,7 Prozent auf 1,1 Prozent.

Deflationsgefahr bleibt

Für die Eurozone erwartet die OECD dieses Jahr ein Wachstum von 1,4 Prozent und 2,1 Prozent für das kommende Jahr; für die USA wird mit 2,0 und 2,8 Prozent gerechnet. Während die Entwicklung in den USA bei Investitionen und Arbeitslosigkeit sehr positiv sei, falle diese in der Eurozone eher enttäuschend aus, erklärte die OECD.

Sie zeigte sich besorgt, dass sich der Abbau von Wirtschafts- und Handelsbarrieren seit der Finanzkrise 2008 deutlich verlangsamt habe. Die OECD warnte zudem, dass die Gefahr einer Deflation nicht vollständig ausgeräumt sei.

China im Visier

Besonderes Augenmerk richtet die OECD auf die Entwicklung in China. Die schrittweise Umstellung der Wirtschaft von der Exportorientierung auf die Binnennachfrage könne zu Turbulenzen führen, doch sei eine einigermassen gleichmässige Entwicklung zu erwarten, erklärte die OECD.

Während sich die Verlangsamung des Wachstums in China bisher nur begrenzt auf die OECD-Länder auswirke, seien einige Schwellenländer stark davon betroffen. Neben China fuhren auch mehrere andere Schwellenländer ihre Importe deutlich zurück.

«Ungewöhnlich schwach»

Besorgt zeigte sich die OECD darüber, dass der globale Handel seit 2012 ungewöhnlich schwach sei. «Robuster Handel und globales Wachstum gehen Hand in Hand», erklärte Chefökonomin Mann. Eine Abschwächung des Welthandels sei ein Warnhinweis und sei in der Vergangenheit «mit globaler Rezession verbunden» gewesen.

Mann sieht den wichtigsten Grund dafür in der Umstellung des chinesischen Wirtschaftssystems. Doch dank einer Reihe von Gegenmassnahmen der Regierung hob die OECD für dieses Jahr die Wachstumsprognose für China auf 6,8 Prozent an. (dia/sda)

Erstellt: 09.11.2015, 14:08 Uhr

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