Ehemaliger Flüchtling schafft Uber-Konkurrenz

Eine «faire Alternative» wolle er sein, sagt Zahangir Alam. Sein neuer Fahrdienst zahlt Steuern in der Schweiz und verlangt von den Fahrern keine Gebühren.

Will eine Alternative, die für die Kunden, die Fahrer und die Gesellschaft gut ist: Yourtaxi-Gründer Zahangir Alam plant neben Zürich weitere Standorte in der Schweiz. (Bild: Facebook)

Will eine Alternative, die für die Kunden, die Fahrer und die Gesellschaft gut ist: Yourtaxi-Gründer Zahangir Alam plant neben Zürich weitere Standorte in der Schweiz. (Bild: Facebook)

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Schweiz hat einen neuen Fahrdienst. Dieser soll besser machen, wofür Uber in der Kritik steht. Der grösste Teil des Gewinns, den Uber erzielt, wird in Holland versteuert. Zudem verlangt die Taxi-Konkurrenz Gebühren und eine hohe Kommission von ihren Fahrern.

Yourtaxi heisst die neue App, die vorerst Fahrten in Zürich anbietet. Basel und Lausanne sollen in den nächsten drei Monaten dazukommen, wie der «Blick» schreibt. Gründer ist Zahangir Alam, der 21-jährig als Flüchtling aus Bangladesh in die Schweiz kam. Zunächst war er als Tellerwäscher und als Küchenchef beschäftigt, später als Taxifahrer.

Auch beim Taxivermittlungsdienst Uber war er registriert. Dann machte er sich selbständig. «Was Uber kann, das kann ich auch, aber besser. Und vor allem sozialer», sagte er im «Tagblatt der Stadt Zürich» sagte. «Ich habe die Chance gepackt, ein Unternehmen auf die Beine zu stellen und Arbeitsplätze zu schaffen. Das bin ich der Schweiz schuldig, die mir diese Chance gab.»

Schon 70 Fahrer

Yourtaxi solle eine «faire Alternative» zu Uber sein, die für die Kunden gut ist, für die Fahrer und für die Gesellschaft. Alam ist heute Schweizer Staatsbürger. Steuern zahlt er in der Schweiz. Und die Fahrer müssen keine Gebühr an ihn entrichten. Er nehme nur zehn Prozent Kommission, wogegen sich diese bei Uber auf etwa 25 Prozent beläuft. Die Fahrer erzielten einen kleineren Umsatz. Doch damit könne man leben, sagt einer von ihnen dem «Blick».

Sein Fahrdienst kann so günstig sein, weil Zahangir Alam nur IT-Kosten hat. Der 37-Jährige fährt abends selber, weil das Unternehmen mit seinen bereits 70 Fahrern in Zürich noch zu wenig Gewinn abwirft. (oli)

Erstellt: 16.08.2017, 09:57 Uhr

Artikel zum Thema

Uber stoppt in Zürich sein Billigstangebot

Der umstrittene Fahrdienst Uber Pop mit Amateurchauffeuren wird morgen eingestellt. Diese dürfen aber vorerst weiterfahren, unter einem irreführenden Label. Mehr...

Uber Schweiz schiesst mit Gutachten ein Eigentor

Der US-Fahrdienst hat eine Expertise zur arbeitsrechtlichen Stellung der Schweizer Fahrer in Auftrag gegeben. Sie fällt nicht durchwegs im Sinn des Unternehmens aus. Mehr...

Uber-CEO Kalanick nimmt Auszeit

Nach schweren Anschuldigungen sieht sich der Fahrdienst gezwungen, Massnahmen zu ergreifen. Travis Kalanick durchlebt eine persönliche Tragödie. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Weiterbildung

Lohncheck in Pflegeberufen

Qualifiziertes Pflegepersonal ist rar. Eine Pflegeinitiative setzt sich darum für höhere Löhne ein.

Kommentare

Weiterbildung

Banken umwerben Frauen

Weltweit steigt das Privatvermögen von Frauen. Banken zeigen, wie dieses gewinnbringend anzulegen ist.

Die Welt in Bildern

Zylinder und PS: Ein Besucher des Royal-Ascot-Pferderennens beobachtet das Geschehen von einer Parkbank aus. (18. Juni 2019)
(Bild: Mike Egerton) Mehr...