Euro-Franken: Der Kurs steigt und steigt

Wieder über 1.18 Franken: Der Kursverlauf des Euro zeigt derzeit nur in eine Richtung.

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Der Euro hat am Montag seinen Höhenflug fortgesetzt. Der Kurs der Gemeinschaftswährung erreichte den höchsten Stand seit Ende 2014 bei knapp 1,23 Dollar und lag am späten Nachmittag noch bei 1,2263 Dollar. Ein Euro kostete 1,1799 Franken.

Das ist etwas weniger als am vergangenen Freitag, als die europäische Leitwährung mit zwischenzeitlich 1,18 Franken einen Höchststand seit drei Jahren erreichte. Vor genau drei Jahren, am 15. Januar 2015, hatte die Schweizerische Nationalbank (SNB) die Untergrenze vom Euro-Schweizerfranken-Kurs aufgehoben.

Seit gut einem Jahr hat die Gemeinschaftswährung zum Franken von 1.07 auf über 1.18 zugelegt.

Experten nennen mehrere Gründe für den Höhenflug des Euro. Zum einen sorge die Aussicht auf eine Regierungsbildung in Deutschland für Auftrieb. «Nach dem positiven Ausgang der Sondierungsgespräche für eine grosse Koalition aus CDU/CSU und SPD sowie dem damit verbundenen Bekenntnis zur Stärkung der EU erreichte der Euro ein neues Jahreshoch», erklärte ein Experte der BayernLB.

Ausserdem verwies er auf das Protokoll der jüngsten Zinssitzung der EZB, das bereits in der vergangenen Woche veröffentlicht wurde. Demnach könnte die Notenbank schon Anfang des laufenden Jahres ihre Formulierung bei der längerfristigen Ausrichtung der Geldpolitik («Forward Guidance») ändern.

Am Markt sei dies als Signal für eine näher rückende Straffung der nach wie vor extrem lockeren Geldpolitik gewertet worden, sagte der Experte. Hinweise auf eine straffe Geldpolitik der EZB geben dem Euro in der Regel Auftrieb.

Dollarschwäche

Experten der Commerzbank sehen einen wesentlichen Grund für die Euro-Stärke auch in einer Schwäche des Dollar, die wiederum auf die US-Wirtschaftspolitik zurückzuführen sei. Eigentlich solle die Steuerreform die Konjunktur ankurbeln, was auch einen stärkeren Dollar rechtfertigen würde.

Aber: Die Politik unter US-Präsident Donald Trump werde bestenfalls als Pfründewirtschaft wahrgenommen, sagt der Commerzbank-Experte. Stattdessen rückten zurzeit mögliche negative Folgen für den Staatshaushalt in den Fokus. Derzeit ringt die US-Regierung noch um Zustimmung für ihren Haushaltsplan. (woz/sda)

Erstellt: 15.01.2018, 19:04 Uhr

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