Konsumentenschutz reicht Klage gegen VW und Amag ein

Auf Volkswagen und den Autoimporteur Amag rollt eine wuchtige Verbandsklage zu. Gefordert werden bis zu 7000 Franken Schadenersatz pro Fahrzeughalter.

Das Logo von VW vor einer Garage der Amag-Gruppe. (Symbolbild)

Das Logo von VW vor einer Garage der Amag-Gruppe. (Symbolbild) Bild: Gian Ehrenzeller/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) hat heute eine Verbandsklage gegen Volkswagen und den Autoimporteur Amag eingereicht. Die Klage soll den betroffenen Fahrzeughaltern zu einem Schadenersatz von 3000 bis 7000 Franken verhelfen.

Nach Einschätzung von SKS-Geschäftsführerin Sara Stalder können Fahrzeugkäufer mit einer Entschädigung von 3000 bis 7000 Franken rechnen. (Video: SDA)

Der Vorwurf der in Zürich eingereichten Klage lautet auf Irreführung, wie die SKS am Donnerstag mitteilte. Volkswagen und Generalimporteur Amag sollen die Autokäufer mit den Abgas-Manipulationen widerrechtlich getäuscht haben.

«Prüfen, ob VW Schweizerisches Recht verletzt hat»

Leider gebe es in der Schweiz und Europa das Instrument der Sammelklage nicht, schreiben die Konsumentenschützer. Deshalb habe der Konsumentenschutz ein neues Klagekonzept entwickelt.

«Mit der Verbandsklage lassen wir einen Schweizer Richter prüfen, ob Volkswagen mit den Abgas-Manipulationen Schweizerisches Recht verletzt hat», lässt sich SKS-Geschäftsleiterin Sara Stalder zitieren. Die richterliche Beurteilung bilde die Basis für eine darauf folgende Schadenersatzklage. Hierzulande seien rund 180'000 Fahrzeughalter betroffen.

Drohende Verjährung

Da die Kunden rund 15 Prozent des Kaufpreises zu viel bezahlt haben dürften, läge der entstandene Schaden zwischen 3000 und 7000 Franken pro Fahrzeughalter. Die Konsumentenschützer wollen die Klage auf Entschädigung noch dieses Jahr einreichen, auch wenn noch kein Urteil betreffend Irreführung vorliege.

Denn ab Januar 2018 drohten die Ansprüche der betroffenen Halter und Halterinnen zu verjähren. Deshalb sollten sich Betroffene möglichst bald über die Formulare des Konsumentenschutzes online dem Klageprojekt anschliessen, wie es weiter heisst.

Die Betroffenen mit Rechtsschutzversicherungen sollten ihre Ansprüche jetzt bei ihrer Versicherung anmelden. Für alle anderen wolle der Konsumentenschutz das Prozessrisiko übernehmen. Aufgefordert wurden Konsumenten, aber auch kleine und mittlere Unternehmen, deren Wagenflotte betroffen ist.

US-Kunden besser gestellt

Bereits vor zwei Jahren war die SKS auf den VW-Konzern im deutschen Wolfsburg zugegangen, um eine Rahmenvereinbarung mit dem VW-Importeur Amag zu erzielen, die die Entschädigung aller Betroffenen sicherstellen sollte.

In den USA können Fahrer betroffener Autos mehr als 5000 Dollar Entschädigung bekommen. In Europa verweigerte VW bisher Kollektiv-Entschädigungen. Immerhin hatte sich die EU-Kommission im Sommer mit VW auf eine «De-Facto-Extragarantie» von zwei Jahren auf Bauteile geeinigt, die von der Reparatur betroffen sind.

(mch/sda)

Erstellt: 07.09.2017, 08:04 Uhr

Artikel zum Thema

Abgas-Skandal belebt die Formel E

Die Elektroserie wird immer wieder belächelt. Nun wird die Formel E jedoch zur Gefahr für arrivierte Motorsportserien. Die Gründe. Mehr...

Audi-Chef Stadler schwer belastet

Erstmals gibt es konkrete Vorwürfe gegen Audi-Chef Rupert Stadler. Er soll Mitarbeiter angewiesen haben, Abgas-Manipulationen gegenüber US-Behörden zu verheimlichen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Abo

Abo Digital - 26 CHF im Monat

Den Tages-Anzeiger unbeschränkt digital lesen, inkl. ePaper. Flexibel und jederzeit kündbar.
Jetzt abonnieren!

Die Welt in Bildern

Nichts für Tierliebhaber: Fuchspelze werden von einem Arbeiter auf dem chinesischen Chongfu Pelzmarkt verarbeitet (14. Dezember 2017).
(Bild: William Hong) Mehr...