«Pharma Bro» bot für Clinton-Haar 5000 Dollar

Der frühere US-Pharmaunternehmer Martin Shkreli muss in Untersuchungshaft. Ein Online-Angebot ging dem Richter in New York zu weit.

Richter lässt Kaution widerrufen: Martin Shkreli. (4. August 2017)

Richter lässt Kaution widerrufen: Martin Shkreli. (4. August 2017) Bild: Spencer Platt/Getty Images/AFP

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Der umstrittene frühere US-Pharmaunternehmer Martin Shkreli muss in New York in Untersuchungshaft. Das ordnete ein Richter am Mittwoch an und liess eine vorherige Kaution, mit der Shkreli wegen eines anderen Urteils auf freiem Fuss bleiben durfte, widerrufen.

Hintergrund war ein provokanter Online-Beitrag Shkrelis, der in englischen Medien auch als «Pharma Bro» bekannt ist. Er hatte eine Belohnung von 5000 Dollar geboten, wenn ihm jemand ein Haar mit Haarwurzel von Ex-Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bringe.

Shkreli war Anfang August wegen Betrugs schuldig gesprochen worden. Über das Strafmass ist noch nicht entschieden worden. Eine Jury hatte geurteilt, er habe Hedgefondsinvestoren in die Irre geführt.

Am bekanntesten ist der Ex-Pharma-Manager jedoch für einen Coup aus dem Jahr 2014, als er sich die Rechte an einem Mittel gegen seltenen, aber lebensgefährlichen Parasitenbefall sicherte und den Preis pro Tablette anschliessend von 13,50 Dollar auf 750 Dollar erhöhte. Das Medikament wird auch bei der Behandlung von Aids-Patienten genutzt. Die extreme Preissteigerung hatte damals für Entsetzen in der US-Bevölkerung und auch weltweit gesorgt. Shkreli wurde als «meistgehasster Mann des Internets» bezeichnet. (chk/AP)

Erstellt: 14.09.2017, 03:47 Uhr

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