Post schafft Gebühr für Zoll-Stichproben ab

Gute Nachricht für Konsumenten: Ab 2018 verzichtet die Schweizerische Post auf die Zollrevisionsgebühr von 13 Franken.

Gebühr wird abgeschafft: Beamte des Zolls und der Grenzwache kontrollieren Briefe und Päckchen im Briefzentrum in Schlieren.

Gebühr wird abgeschafft: Beamte des Zolls und der Grenzwache kontrollieren Briefe und Päckchen im Briefzentrum in Schlieren. Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Nach einer Übereinkunft mit dem Preisüberwacher streicht die Post ab 1. Januar 2018 die Zollrevisionsgebühr. Zudem passt sie die Preis- und Gewichtssegmente bei Inland-Paketen an. A- und B-Post bleiben gleich teuer.

Bisher wurden für die stichprobenmässige Kontrolle eines Pakets aus dem Ausland 13 Franken fällig, wie die Post und Preisüberwacher Stefan Meierhans am Montag mitteilten. Die Post nimmt diese Proben im Auftrag der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) bei bestimmten Warensendungen vor. Den Aufwand lässt sie sich noch bis Ende Jahr bezahlen.

Weniger Gewichtsklassen

Viele Konsumenten rieben sich ob der Gebühr für eine nach Zufallsprinzip vorgenommene Kontrolle die Augen und fühlten sich willkürlich behandelt. Dies rief schliesslich die Politik auf den Plan. Das Parlament überwies in der Frühlingssession eine Motion und verlangte eine Gesetzesänderung. Mit dem Verzicht auf die Gebühr ab 2018 ist das Anliegen ein Jahr früher erfüllt als vom Motionär gefordert.

Bei den Inland-Paketen werden die fünf bisherigen Gewichts- und Preissegmente auf drei reduziert. Der Preis für Pakete bis zu zwei Kilogramm bleibt dabei mit 7 Franken gleich. Diese Gewichtsklasse macht 85 Prozent der beförderten Pakete aus. Pakete bis fünf Kilo kosten am Neujahr 9.70 statt 9 Franken. Dafür werden Sendungen bis zehn Kilo 30 Rappen günstiger und kosten auch 9.70 Franken.

Rabatte für Online-Kunden

Am grössten ist der Aufschlag bei Paketen bis 20 Kilo: Sie schlagen statt mit 15 mit 20.50 Franken zu Buche. Günstiger wird es hingegen bis zu 30 Kilo: Der Preis sinkt von 22 auf 20.50 Franken. Entsprechende Anpassungen gibt es auch bei «Priority»- und Express-Paketen.

Nationale Online-Privatkunden und Retouren im Versandhandel erhalten Vergünstigungen. Kunden, die für Inland-Pakete die Etikette via Login Post ausdrucken und aufkleben, erhalten 2018 je nach Gewichtsklasse eine Vergünstigung von 50 Rappen bis 3 Franken. Retouren im Versandhandel werden 50 Rappen günstiger.

Aktion vor Weihnachten

Zudem führt die Post bei den Inland-Paketen für Private die Zusatzleistungen «Fragile» und «Assurance» wieder ein. Sie will so der steigenden Nachfrage wegen Online-Bestellungen genügen. Für zerbrechliche oder besonders wertvolle Sendungen haftet die Post in Schaden- oder Verlustfall bis maximal 5000 Franken.

Nicht zuletzt gibt es 2018 eine Weihnachtsaktion. Wer seine Liebe n mit einem Paket überraschen will, zahlt als Privatkunde rund einen Monat vor dem Fest 1 Franken weniger pro Paket. Weiterhin 85 Rappen kosten B-Post-Briefe, A-Post-Sendungen 1 Franken. Standard- und Midibriefe sind für Private auch ab Neujahr 1.50 Franken teuer. Der Preis der SMS-Briefmarke bleibt mit 1 Franken ebenfalls gleich.

Ärgernis weg

Die Stiftung für Konsumentenschutz zeigte sich erleichtert über die Streichung der «unsäglichen Stichproben-Gebühren». Diese hätten stets grossen Unmut bei den Betroffenen verursacht. Der Konsumentenschutz habe die Abschaffung der Zollrevisionsgebühr lange gefordert. Die Post habe sich aber viel Zeit gelassen. Die Streichung erfolge keineswegs freiwillig.

Die neuen Pakettarife befriedigen den Konsumentenschutz nicht: Die Reduktion der Gewichtsstufen führe zu einer Mehrbelastung der Privatkunden.

Auch ärgert sich der Konsumentenschutz, weil die Post ab 2018 keine Pakete mehr an Postfachadressen liefern will. Ausweichmöglichkeiten seien ausserhalb der Ballungszentren nur ungenügend vorhanden. So würden Privatkunden gleich mehrfach schlechter gestellt – unverständlich in Zeiten steigenden Versandvolumens. (chi/sda)

Erstellt: 14.08.2017, 10:59 Uhr

Artikel zum Thema

Post lässt Pakete vor der Haustür liegen

Pöstler dürfen Päckli auch vor der Tür deponieren – zum Ärger von Kunden und Konsumentenschützern. Mehr...

Google verzichtet aufs Mitlesen der Mails

Bislang wurde die elektronische Post von Gmail-Kunden für Werbezwecke durchforstet. Das wird sich jetzt ändern – auf einen abgestimmte Anzeigen aber sollen trotzdem bleiben. Mehr...

Das hat die Post in den einzelnen Kantonen vor

Die Post hat das Poststellennetz überprüft. Für 456 Filialen ist unsicher, ob sie nach 2020 noch existieren werden. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Paid Post

Das Potenzial von Megatrends nutzen

Thematisches Investieren setzt sich neben regionalem und sektoriellem Anlegen immer mehr durch.

Kommentare

Blogs

Geldblog Clariant ist bereit für neue Dimensionen
Beruf + Berufung «9 to 9» statt «9 to 5»

Newsletter

Der ideale Start in den Tag

Sonntags bis freitags ab 7 Uhr die besten Beiträge aus der Redaktion.
Newsletter «Der Morgen» jetzt abonnieren.

Die Welt in Bildern

Kultur für Kleine: In Dresden öffnet die erste Kinderbiennale in Europa. Anders als sonst im Museum, kann und darf hier selbst gestaltet und mitgemacht werden. (21. September 2018)
(Bild: Sebastian Kahnert/dpa) Mehr...