Preisrutsch bei Internet, Handy und Telefon

Neue Daten zeigen: In der Schweiz sind die Telecomtarife gesunken, besonders bei Festnetzverbindungen. Auslöser ist ein neues Angebot.

Prepaid-Angebote lohnen sich preislich nur noch für jene, die das Handy sehr wenig nutzen: Jugendliche beim mobilen  Surfen mit ihren Handys.

Prepaid-Angebote lohnen sich preislich nur noch für jene, die das Handy sehr wenig nutzen: Jugendliche beim mobilen Surfen mit ihren Handys. Bild: Martin Ruetschi/Keystone

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Zwischen 1,5 und 3 Prozent ihres Budgets geben Schweizer Haushalte für Handy, Internet und Festnetz aus. Dieser Anteil hat über die letzten Jahre kontinuierlich leicht abgenommen. So auch 2016.

Grund dafür ist die Preisentwicklung, die auch 2016 rückläufig war. Mit Ausnahmen und mit Unterschieden je nach Anbieter und Produkt, wie eine neue Auswertung des Bundesamtes für Kommunikation (Bakom) zu den verschiedenen Angeboten auf dem Schweizer Markt zeigt.

Bei schnellen Internetzugängen mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 25 Mbit pro Sekunde und mehr sanken die Preise 2016 im Vergleich mit dem Vorjahr um 5,2 Prozent. Das erklärt das Bakom mit der Einführung von neuen Produkten, die den Preiskampf unter den Anbietern offenbar zusätzlich antrieben. Sie haben auch zu schnelleren Verbindungen geführt. In der Schweiz wurde im letzten Jahr im Schnitt mit einem Tempo von 61,4 Mbit pro Sekunde gesurft.

Die grössten Unterschiede bei den Preisen ergeben sich zwischen den verschiedenen Zugangstechnologien. Laut Bakom sind die Internetzugänge über das TV-Kabel bei vergleichbarer Geschwindigkeit generell günstiger als die Angebote über die Kupfer- oder Glasfaserleitung.

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Am deutlichsten sanken die Preise für die Festnetztelefonie. Hier verglich das Bakom die Angebote der drei Anbieter Sunrise, Swisscom und UPC (vormals Cablecom). Für Personen mit «mittlerem Nutzungsbedarf» gingen die Preise um 28,6 Prozent zurück. Ein solches Nutzerprofil beinhaltet 140 Anrufe pro Monat, davon 73 Prozent ins Festnetz, 23 Prozent in die Mobilnetze und 4 Prozent Anrufe in internationale Festnetze.

Laut der Bakom-Erhebung ist dabei UPC am teuersten und Swisscom am günstigsten – Sunrise liegt dazwischen. Der starke Preisrückgang erklärt sich mit der Einführung eines neuen Produktes von Swisscom zum Pauschaltarif. Kunden, die ein Line-Plus-Abo lösen, zahlen monatlich 39.50 Franken und können darauf im Inland unbegrenzt ins Fest- und Mobilnetz telefonieren. Zuvor war die Swisscom laut Bakom am teuersten.

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Bei den Preisen für den Mobilfunk wurden die drei Anbieter Salt, Sunrise und Swisscom verglichen, aber auch Wiederverkaufsangebote von Drittfirmen einbezogen. Bei diesen Angeboten zeigt sich, dass die Preise am stärksten für Personen mit einem mittleren Nutzungsbedarf sanken, nämlich um 3,7 Prozent. Für Kunden mit kleinem Bedarf sanken sie um 2,8 Prozent, für jene mit hohem Bedarf 1,4 Prozent.

Ins Auge springt, dass die Prepaid-Angebote, bei denen die Kunden ein Guthaben aufladen, sich nur noch für Leute lohnen, die Wenignutzer sind. Für Personen mit einem mittleren Nutzungsprofil hingegen sind Abos heute attraktiver. «Grund dafür ist die Strategie der grossen Anbieterinnen, die Abonnemente im Vergleich zu den Prepaid-Karten attraktiver zu gestalten und den Prepaid-Markt den Wiederverkaufs-Anbieterinnen zu überlassen», schreibt das Bakom in seiner Auswertung.

Dieser Trend, der bereits 2011 begonnen hat, setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. Das zeigt sich auch daran, dass die Prepaid-Angebote der drei grossen Anbieter im Schnitt teurer wurden, und zwar je nach Nutzerprofil zwischen 4,9 und 15,6 Prozent.

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Erstellt: 18.01.2017, 21:10 Uhr

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