Rekordzahlen in Hotellerie dank Klimadiskussion

Schweizer werden umweltbewusster und machen Ferien im eigenen Land. Das merkt auch die Hotellerie.

Schweizer gönnen sich mehr Übernachtungen in einheimischen Hotels. Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone

Schweizer gönnen sich mehr Übernachtungen in einheimischen Hotels. Foto: Jean-Christophe Bott/Keystone

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Ferien im Inland mit Übernachtung im Hotel ist bei den Schweizerinnen und Schweizern beliebt: So legten die Logiernächte der inländischen Gäste im Sommer um 2,8 Prozent auf 9,8 Millionen zu. Doch auch bei den ausländischen Touristen verzeichnen die Hoteliers mehr Logiernächte als im Vorjahr.

Das zeigen die aktuellen Zahlen des Bundesamts für Statistik, die heute veröffentlicht worden sind.

«Die Amerikaner suchen sichere Reiseländer.»Andreas Züllig, Präsident des Verbands Hotellerisuisse

«Die Klimadiskussion hat sicher dazu beigetragen, dass die Schweizer im Inland ihre Ferien verbringen», sagt Andreas Züllig, Präsident des Verbands Hotelleriesuisse. Auch neue Angebote der Branche in Zusammenarbeit mit der SBB wie der kostenlose Lieferservice fürs Gepäck bei Anreise mit der Bahn schaffe Anreize, um in der Schweiz zu bleiben.

Ein Grossteil der ausländischen Nachfrage ging auf das Konto der Gäste aus dem amerikanischen Kontinent mit einem Plus von 8,1 Prozent. Mit einer Zunahme von 9,5 Prozent waren dabei die Vereinigten Staaten für das deutlichste Plus aller ausländischen Herkunftsländer verantwortlich.«Die Amerikaner suchen sichere Reiseländer. Die Schweiz erfüllt dieses Kriterium», sagt Züllig, der selber ein Hotel in Lenzerheide führt.



Auch die Nachfrage aus dem europäischen Kontinent – ohne Schweiz – stieg um 1,4 Prozent. Für die stärksten Zunahmen sorgten dabei die Gäste aus Deutschland und Belgien.

Stagniert hat hingegen die Nachfrage der asiatischen Gäste. Während zwar China (ohne Hongkong) als eines der wichtigsten Länder dieses Kontinents für ein Plus von 3,3 Prozent sorgte, nahmen die Übernachtungen der Gäste aus den Golfstaaten um fast 12 Prozent ab. Die Nachfrage aus Indien ging ebenfalls um 4,4 Prozent zurück.

«Die Diskussion um heisse Sommer in der Schweiz dürfte abschreckend gewirkt haben», sagt Hotelleriesuisse-Präsident Züllig. «Die Touristen aus dem arabischen Raum reisen nördlicher, um etwas Frische zu erleben.» Und auch das Burkaverbot im Tessin dürfte bei dieser Zielgruppe für Gesprächsstoff sorgen.



Ein detaillierter Blick auf die monatliche Entwicklung zeigt: Betrachtet man ausschliesslich den Monat Oktober, so fiel der Zuwachs etwas weniger stark aus. Hier nahm die Zahl der Logiernächte um 1,8 Prozent auf rund 3 Millionen zu. Am höchsten war das Plus im Juni mit einem Wert von 5,1 Prozent, am tiefsten im September mit lediglich +0,2 Prozent.

Nach Tourismusregionen unterteilt, registrierten insgesamt 12 von 13 Gebieten gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode eine Zunahme der Logiernächte. Zürich wies mit einem Plus von 135’000 Logiernächten den grössten absoluten Anstieg auf.

Darauf folgten das Wallis mit einem Plus von 93’000 Logiernächten, die Genferseeregion und Graubünden. In der Region Bern betrug das Plus 48’500 Übernachtungen.Die Ostschweiz verbuchte als einzige Tourismusregion ein Minus.

Erstellt: 05.12.2019, 15:35 Uhr

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