Sawiris in Andermatt: Rote Zahlen und bessere Rendite im Chedi

Das Resort Andermatt bleibt in der Verlustzone. Beim Luxushotel des ägyptischen Investors zeichnet sich aber eine Trendwende ab.

Samih Sawiris: «Wir werden im Hotel Chedi nächstes Jahr keinen Monat mehr rote Zahlen schreiben.»

Samih Sawiris: «Wir werden im Hotel Chedi nächstes Jahr keinen Monat mehr rote Zahlen schreiben.» Bild: Keystone

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Schritt für Schritt scheint das von Samih Sawiris initiierte Resort Andermatt in die Gewinnzone zu kommen. So wird laut dem ägyptischen Investor das Luxushotel «The Chedi» bereits 2020 erstmals das ganze Jahr über schwarze Zahlen schreiben.

Vor Vertretern der Tourismusbranche sagte Sawiris am Dienstag, dass sich die in Schweizer Bergorten nicht gerade gängige Strategie, Hotels das ganze Jahr über offen zu lassen, bereits auszahle. «Wenn es so weiter geht, werden wir im Hotel Chedi nächstes Jahr keinen Monat mehr rote Zahlen schreiben», sagte Sawiris an einem vom Anlegerportal «Schweizeraktien.net» organisierten Branchentalk in Andermatt. Sawiris kritisierte das in der Schweiz oft fehlende Destinationendenken. Aus Angst davor, dass der andere mehr kriege als man selbst, werde an den Tourismusorten zu wenig gemeinsam angepackt, zu wenig das grosse Ganze betrachtet, so Sawiris. In Andermatt sei das anders.

Ein Beispiel dafür nannte Khaled Bichara, der Chef von Orascom Development Holding, jenem Konzern also, der knapp die Hälfte an Andermatt Swiss Alps hält. Die Konzerthalle in Andermatt, die diesen Sommer mit einem Konzert der Berliner Philharmoniker eröffnet wurde, rechne sich als einzelne Investition nicht, so Bichara. Im grossen Bild aber, das heisst für die Destination Andermatt als Ganzes, werde die Halle ihre Wirkung entfalten und zur Rentabilität des ganzen Resorts beitragen.

Verlust von 41 Millionen Franken

Das Resort Andermatt besteht derzeit aus zwei Hotels und zahlreichen Apartmenthäusern. Ebenfalls bereits umgesetzt ist die Zusammenlegung und Modernisierung der Skigebiete Andermatt und Sedrun. Nächste Etappe im Resort Andermatt wird die Eröffnung eines Familienhotels sowie sechs weiterer Apartmenthäuser sein.

In den vergangenen Jahren wurden in Andermatt rund eine Milliarde Franken in Tourismusprojekte investiert. Die Andermatt Swiss Alps AG, welche die Destination Andermatt entwickelt und betreibt, gehört derzeit mehrheitlich Samih Sawiris privat. Die börsenkotierte Orascom Development Holding, die ebenfalls von Sawiris kontrolliert wird, wird dieses oder nächstes Jahr aber wieder die Mehrheit am Andermatter Resort übernehmen.

Momentan ist Andermatt noch ein Verlustgeschäft. 2018 hat Andermatt Swiss Alps einen Verlust von 41 Millionen Franken geschrieben. Einzelne Elemente schreiben aber gemäss Medienberichten inzwischen schwarze Zahlen. Dass das Resort als Ganzes die Gewinnschwelle erreiche, hänge zu einem hohem Grad vom Timing der weiteren Ausbauschritte ab, hiess es im Frühling an der Bilanzmedienkonferenz von Andermatt Swiss Alps. (sda/red)

Erstellt: 17.09.2019, 18:21 Uhr

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