Schärfere Regeln fürs Handgepäck im Anflug

Die USA wollen das Verbot für Notebooks im Handgepäck für Flüge in die USA auch auf Europa ausgedehnen. Am Flughafen Zürich laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.

Was darf mit in die Kabine? Sicherheitskontrolle am Flughafen Zürich.

Was darf mit in die Kabine? Sicherheitskontrolle am Flughafen Zürich. Bild: Gaetan Bally/Keystone

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Wenn das neue Verbot kommt, muss es schnell gehen. Deshalb sind am Flughafen Zürich die Vorbereitungen jetzt schon im Gang, um die neuen Handgepäckregeln für Flüge in die USA umzusetzen. Aber der Reihe nach.

Seit Ende März gelten neue Vorschriften beim Handgepäck für Flüge in die USA ab zehn Flughäfen in Nordafrika und dem Nahen Osten. Passagiere, die von einem dieser Ursprungsorte abfliegen, dürfen in ihrem Handgepäck keine elektronischen Geräte mehr mitführen, die grösser sind als ein Smartphone.

Dieselben Vorschriften drohen nun auch für Flüge aus Europa in die USA, wie der Onlinedienst «The Daily Beast» mit Bezug auf Aussagen von Vertretern der US-Behörde Homeland-Security berichtete. Über das Verbot soll noch heute informiert werden. Beim Flughafen Zürich richtet man sich darauf ein, dass diese neuen Regeln möglicherweise kommen werden, wie Sprecher Philipp Bircher auf Anfrage bestätigt.

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Die verschärften Handgepäck-Regeln sollen bald auch für Flüge von der Schweiz in die USA und für Notebooks, Tablets oder Kameras gelten.





Obwohl noch unklar ist, wie diese neuen Vorschriften ausgestaltet sein werden und ob alle Passagiere auf US-Flügen betroffen sind, laufen die Vorbereitungen bereits auf Hochtouren. Denn man erwartet, dass das Zeitfenster für die Umsetzung sehr kurz sein wird. Zwischen 24 und 36 Stunden.

Zusätzliche Kontrolle beim Gate

Eine mögliche Massnahme, die in Zürich geprüft wird, ist eine weitere Sicherheitskontrolle direkt am Gate. Das würde bedeuten, dass man die erste Sicherheitskontrolle mit einem Notebook noch passieren darf und bis zum Boarding verwenden kann. Beim Gate müssten die Passagiere ihre Geräte dann vor dem Einsteigen aber abgeben. Das wird die Geduld der Reisenden strapazieren: «Es ist wahrscheinlich, dass solche neuen Vorschriften punktuell zu längeren Wartezeiten führen würden», sagt Flughafen-Sprecher Bircher.

Neben der Planung dieser neuen Abläufe bereitet sich der Flughafen Zürich vor allem auf die zusätzliche Information der Passagiere vor, die für die Umsetzung der neuen Regeln notwendig würden.

Wie bereits erwähnt, gelten die verschärften Handgepäcksregeln bereits für Reisen von Ländern aus Nordafrika und dem Nahen Osten. Grossbritannien hat ebenfalls entsprechende Vorschriften erlassen. Sie gelten aber nicht für Kuwait, Marokko und die Vereinigten Arabischen Emirate.

Betroffene Golf-Airlines wie Emirates, Etihad und Qatar geben ihren Business-Passagieren mittlerweile Tablet-Computer in der Kabine ab, damit sie während des Fluges trotzdem weiterarbeiten können.

Als Faustregel gilt: Alle elektronischen Geräte, die grösser sind als ein Smartphone, sind von den neuen Regeln betroffen. Konkret dürfen die folgenden Gegenstände nicht im Handgepäck mitgeführt werden:

  • Laptops

  • Tablets

  • E-Reader

  • Kameras

  • Portable DVD-Abspielgeräte

  • Spielkonsolen, die grösser sind als ein Smartphone

  • Reisedrucker und -scanner

Umstritten ist, ob und inwieweit sich die Sicherheit verbessert, wenn alle Notebooks im Frachtraum statt in der Kabine mitreisen. Kritische Stimmen aus der Airline-Branche mahnen, dass es dadurch schwieriger würde, zu reagieren, wenn der Akku eines Gerätes auf einem Flug im Frachtraum Feuer finge.

Video - Sprengstoffkontrollen am Flughafen Zürich

Der Flughafen Zürich untersucht Passagiere seit September 2015 mittels modernster Technologie auch auf Sprengstoffspuren. (Quelle: Adrian Panholzer und Lea Koch)

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.05.2017, 20:39 Uhr

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