Schweizer Banker wartet in New York auf Urteil

Das Urteil im Prozess gegen einen Mitarbeiter der Bank Frey wird am Montag erwartet. Der Banker ist von seiner Unschuld überzeugt.

Die Beratungen der Jury gegen einen Schweizer Banker haben begonnen: Schriftzug der Bank Frey. (Archivbild)

Die Beratungen der Jury gegen einen Schweizer Banker haben begonnen: Schriftzug der Bank Frey. (Archivbild) Bild: Steffen Schmidt/Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Im Prozess gegen einen Mitarbeiter der Schweizer Bank Frey in New York hat die Jury ihre Beratungen begonnen. Beide Seiten legten am Freitag nochmals ihre Positionen dar. Das Urteil wird im Laufe des Montags erwartet.

Die Staatsanwaltschaft in Manhattan wirft dem Banker vor, amerikanischen Steuersündern aktiv beim Verbergen von Vermögen in Millionenhöhe vor dem US-Fiskus geholfen zu haben. Und dies erfolgte sogar noch, nachdem viele Schweizer Banken das Geschäft mit unversteuertem US-Vermögen bereits aufgegeben hatten.

Nach dem die Grossbank UBS 2008 Ziel einer grossangelegten US-Untersuchung über amerikanische Steuerflüchtlinge wurde, habe der Mitarbeiter, der unterdessen aufgelösten Bank Frey, diese nach wie vor als sicheren Hafen für die unversteuerten Gelder angepriesen.

Indem er US-Kunden dargelegt habe, mit welchen Tricks man dem Fiskus weiterhin ausweichen könne, sei er Teil einer Verschwörung zum Betrug der USA geworden, legte die Staatsanwaltschaft in ihrem Schlussplädoyer am Freitag dar.

Wünsche der Direktion umgesetzt

Die Verteidigung argumentierte dagegen, dass der Mitarbeiter zu keinem Zeitpunkt die Richtlinien der Bankdirektion verletzt habe. Der Leitung habe er als junger Banker nicht angehört und deshalb auch keine Entscheidungsbefugnis gehabt.

In seinem Schlussplädoyer betonte der Verteidiger, dass sein Mandant im Gegensatz zu anderen von der US-Justiz verklagten Schweizer Bankern und Anwälten sich freiwillig den US-Behörden gestellt und einen Prozess vor einem Geschworenengericht gesucht habe, weil er von seiner Unschuld überzeugt sei.

Unglaubwürdige Zeugen

Die Anklage baue ausserdem vornehmlich auf Aussagen von Zeugen, die sich als Steuerbetrüger oder Schweizer Vermögensverwalter für US-Kunden bereits schuldig bekannt haben und nun mit der Staatsanwaltschaft zusammenarbeiteten. Die Verteidigung stellte die Glaubwürdigkeit dieser Zeugen in Frage und warf dem Staatsanwalt vor, einen einfachen Bankbeamten zum Sündenbock abstempeln zu wollen.

Der Mitarbeiter der Bank Frey gibt sich nach drei langen Prozesswochen zuversichtlich. Er sei nach wie vor davon überzeugt, dass er in seiner Arbeit für die Bank nie bewusst Recht gebrochen habe, sagte der Banker gegenüber der Nachrichtenagentur SDA am Rande des Prozesses in New York. (chk/sda)

Erstellt: 18.11.2017, 05:01 Uhr

Artikel zum Thema

Zweiter Schweizer Banker im Visier der USA

Nach der Niederlage im Fall des UBS-Direktors Raoul Weil stellt die US-Justiz einen Kundenberater der aufgelösten Bank Frey vor Gericht. Dessen Verteidiger sieht dem Prozess gelassen entgegen. Mehr...

Die Redaktion auf Twitter

Stets informiert und aktuell. Folgen Sie uns auf dem Kurznachrichtendienst.

Kommentare

Die Welt in Bildern

Von einem anderen Stern: Star-Wars-Fans heben gemeinsam ihre Lichtschwerter bei einem Treffen in Los Angeles. (16. Dezember 2017)
(Bild: Chris Pizzello) Mehr...