So tickt die Zukunft

Während bei der etablierten Baselworld Aussteller abspringen, entwickelt sich der Luxusuhren-Salon in Genf prächtig. Wir zeigen die schönsten Neuheiten.

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Der Genfer Uhrensalon (Salon International de la Haute Horlogerie, SIHH) hat am Montag seine Tore im Zeichen von vorsichtigem Optimismus geöffnet. Aussteller und Organisatoren rechnen aufgrund solider Exportzahlen 2017 mit einem guten Geschäftsgang im laufenden Jahr.

Der Umsatz von Audemars Piguet sei im vergangenen Jahr um 12 Prozent gestiegen, sagte Firmenchef François-Henry Bennahmias. IWC-Chef Chris­toph Grainger-Herr liess vor den Medien ebenfalls durchblicken, dass das Geschäft im vergangenen Jahr gut gelaufen sei, insbesondere an Weihnachten.

Mehr Aussteller in Genf

Doch nicht nur der gute Geschäftsverlauf sorgt in Genf für gute Stimmung. Der Uhrensalon selber verzeichnet ebenfalls Wachstum, bei der Zahl der Aussteller. Dieses Jahr sind 35 Firmen in Genf vertreten, 6 mehr als noch im Vorjahr. Zu den neuen gehören Marken wie DeWitt, Chronométrie Ferdinand Ber­thoud, Romain Gauthier und der französische Luxusanbieter Hermès.

Vor allem der letzte Name liess die Schweizer Uhrenbranche aufhorchen. Gleichzeitig mit der Teilnahme am diesjährigen Uhrensalon in Genf gab Hermès bekannt, sich von der weltgrössten ­Uhren- und Schmuckmesse Baselworld in Basel zu verabschieden. Hermès begründete den Entscheid mit dem «Geist der Öffnung, den der SIHH seit zwei Jahren an den Tag legt».

«Der Salon fühlt sich nicht berufen, unbegrenzt zu wachsen.»Fabienne Lupo, Direktorin SIHH

Es ist nicht das erste Mal, dass Hersteller die Seiten gewechselt haben: Im vergangenen Jahr verzichteten Girard-Perregaux und Ulysse Nardin zugunsten des SIHH auf einen Auftritt an der Baselworld. Beide Marken gehören zum französischen Modekonzern Kering. Mit mehreren Hundert Ausstellern aus aller Welt gilt die Uhrenmesse in Basel als international wichtigstes Branchentreffen der Uhrenindustrie. Der Anlass findet Ende März statt und lockt mehr als 100’000 Besucher an.

Fabienne Lupo, Direktorin des Genfer Salons, wies auf die aktuellen Schwierigkeiten der Uhrenmesse in Basel hin. Diese Ausgangslage habe vermutlich einige Marken dazu bewogen, in Genf anzuklopfen. «Der Uhrensalon fühlt sich jedoch nicht berufen, unbegrenzt zu wachsen», so Lupo. Er habe vielmehr für ein kontrolliertes und gemässigtes Wachstum zu sorgen, «um die Qualitätsstandards des Anlasses zu bewahren».

Messe Basel setzt den Rotstift an

Die Baselworld muss in diesem Jahr einen Aderlass bei den Ausstellern hinnehmen. Waren es im vergangenen Jahr 1300, so sind heuer nur noch zwischen 600 und 700 vorgesehen. Vor allem kleine, unbekannte Marken aus dem mittleren und unteren Preissegment können sich die hohen Standmieten nicht mehr leisten, zumal die Uhrenindustrie noch im Jahr 2016 mit einem schwierigen konjunkturellen Umfeld konfrontiert war.

Die traditionsreichen Hersteller wie Rolex, Patek Philippe, Swatch Group, Chopard und Breitling bleiben der Baselworld in diesem Jahr zwar erhalten. Trotzdem setzt die Messeorganisatorin, die börsenkotierte MCH Group, den Rotstift an. Die Uhrenmesse in Basel wird neu noch sechs statt acht Tage dauern. Und die bisherige Ausstellungsfläche wird um ein Drittel verringert.

Limitierte Eintritte aus Platzgründen

Der Uhrensalon in Genf erwartet bis Freitag 20’000 Besucher, darunter hauptsächlich Händler und Berufsleute. Am Freitag ist der Anlass auch zugänglich für die Öffentlichkeit, aber die Eintritte sind aus Platzgründen limitiert.

Der Uhrensalon entstand 1991 aus dem Bestreben heraus, den regionalen Luxusuhrenmarken eine Plattform für ihr Wirken zu bieten. Nach wie vor dominiert der Genfer Luxuskonzern Richemont mit seinen Uhrenmarken wie Baume & Mercier, Jaeger-LeCoultre und Vacheron Constantin den SIHH.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 17.01.2018, 18:21 Uhr

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