Swiss sollte zu Deutschen stehen

Es ist richtig, dass sich die Swiss nicht mit zweitklassigen Bewerbern begnügt, nur um eine Quote von inländischen Mitarbeitern zu erreichen.

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Dass an der Spitze der nationalen Airline ein Deutscher steht, daran hat man sich gewöhnt. Schliesslich gehört die Swiss seit zwölf Jahren zu einem deutschen Konzern. Doch auch auf unteren Chargen arbeiten ­immer mehr Frauen und Männer aus dem nördlichen Nachbarland. 60 Prozent der Piloten, die in den ­letzten drei Jahren neu angestellt wurden, stammen aus dem Ausland. Bei den Flugbegleitern waren es 30 Prozent – die meisten von ihnen kommen aus Deutschland.

Das mag für viele befremdlich klingen, zumal sich die Swiss in ihrem Aussenauftritt fast schon krampfhaft als Schweizer Fluggesellschaft zu positionieren versucht. Wer so national denkt, vergisst aber, dass Weltoffenheit einer der zentralen Erfolgsfaktoren der hiesigen Wirtschaft war und bis heute ist. Nur wenn man sich dem internationalen Wettbewerb stellt, wird man auch stärker. Wer national denkt, ­verkennt auch die Tatsachen des Marktes. Der Konkurrenzkampf in der Luftfahrt ist längst global.

Wer so national denkt, vergisst dass Weltoffenheit einer der Erfolgsfaktoren der hiesigen Wirtschaft ist.

Die Swiss steht genauso im Konkurrenzkampf mit Air France und British Airways wie mit Emirates oder Cathay Pacific. Da ist es wichtig, die besten Talente zu rekrutieren. Das gilt ganz besonders für die Piloten, von denen die Passagiere einer Fluggesellschaft wie der Swiss allerhöchste Professionalität erwarten. Es gilt aber auch für die Flugbegleiter, die Gastfreundschaft leben und in heiklen Situationen perfekt reagieren müssen. Es ist daher richtig, dass die Swiss die besten Leute anstellt und sich nicht mit zweitklassigen Bewerbern begnügt, nur um eine Quote von inländischen Mitarbeitern an Bord zu erreichen. Wohin Quoten aller Art führen können, hat man bei der Besetzung politischer Ämter schon oft gesehen.

Doch am Ende geht die Swiss dabei nicht ­konsequent genug vor. Sie will zwar die besten ­Talente anziehen, bezahlt aber mitunter Billiglöhne. Das ist ein Widerspruch. Und sie ist in ihrer Kom­munikation auch nicht ganz ehrlich. Statt die Swissness regelrecht zu zelebrieren, könnte sie in ihrer Werbung auf etwas anderes setzen: ihre Verbindung zwischen der Schweiz und der Welt. (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 12.11.2017, 21:21 Uhr

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