Swiss-Piloten sorgen sich wegen angeblich toxischer Kabinenluft

Flugkapitäne der Swiss setzen sich für eine neue Forschungsmethode ein. Diese könnte Hinweise zur Frage liefern, ob die Luft im Flugzeug Gift enthält.

Sind sie giftiger Kabinenluft ausgesetzt? Swiss-Piloten kurz vor der Landung auf den Flughafen Lugano-Agno. (30. März 2015)

Sind sie giftiger Kabinenluft ausgesetzt? Swiss-Piloten kurz vor der Landung auf den Flughafen Lugano-Agno. (30. März 2015) Bild: Samuel Goley/Keystone

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In den vergangenen Jahren gab es Dutzende Vorfälle, die Fragen nach kontaminierter Luft in der Kabine aufwerfen, so auch am 28. Januar an Bord einer American-Airlines-Maschine. Auf dem Flug AA109 von London nach Los Angeles fiel eine Flugbegleiterin in Ohnmacht, fünf weiteren Angestellten und zwei Passagieren wurde gleichzeitig schlecht. Die Maschine musste umkehren.

Auch Swiss-Piloten machen sich Sorgen um ihre eigene Gesundheit und jene der Passagiere, berichtet die «Schweiz am Sonntag». Der Pilotenverband Aeropers hat deshalb in seinem neusten Verbandsmagazin einen Spendenaufruf lanciert. Mit einem Beitrag soll ein Projekt der University of Washington in Seattle unterstützt werden. Dabei geht es um einen Bluttest, der die Folgen toxischer Kabinenluft nachweisen will.

«Nur Bluttest wäre stichhaltig»

Die Datenlage, ob es in der Kabinenluft giftige Substanzen gäbe, sei heute unbefriedigend, sagt Aeropers-Vorstandsmitglied Patrick Bovens gegenüber der Zeitung. Zwar könnten Haar- und Urinproben indirekt Aufschluss über Giftstoffe geben, genauso wie Kleiderproben. «Aber wirklich stichhaltig wäre nur ein entsprechender Bluttest.»

Grund für die Angst: Bei defekten oder durchlässigen Dichtungen ist es möglich, dass verdampftes Öl ins Innere des Flugzeugs gelangt. Im Triebwerksöl sind krebserregende Stoffe und das Nervengift TCP enthalten. Dieses kann unter anderem zu Atemproblemen, Muskelzuckungen und Schwindel führen.

Swiss will Test nicht kommentieren

«Im vergangenen Jahr gab es bei Schweizer Airlines mehrere Flüge, nach denen die Besatzungen einen sogenannten Smoke/Smell-Rapport ausfüllen mussten», berichtet Bovens. Der Beweis von kontaminierter Luft in der Kabine würde Verbesserungen vorantreiben, glaubt er. Der Verbandsvorstand befürwortet zum Beispiel den Einbau von Sensoren und modernen Filtern.

Die Swiss will Sinn und Zweck des neuen Tests nicht kommentieren, da man keine detaillierten Kenntnisse davon habe, sagt Sprecherin Karin Müller in der «Schweiz am Sonntag». Man nehme das Thema aber sehr ernst. Sämtliche Rapporte würden untersucht, um die Quelle von Qualm oder Dampf ausfindig zu machen. (mlr)

Erstellt: 13.03.2016, 11:19 Uhr

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