US-Börse droht der schwärzeste Dezember seit 1931

An Heiligabend ist der US-Aktienmarkt ungewöhnlich stark abgesackt. In Tokio verliert der Nikkei am Weihnachtstag über 5 Prozent.

Der Dow Jones hat seit Anfang Oktober rund 18 Prozent verloren. Der US-Börse droht damit weiter der schwärzeste Dezember seit 1931 in Zeiten der damaligen Weltwirtschaftskrise. (Reuters)

Der Dow Jones hat seit Anfang Oktober rund 18 Prozent verloren. Der US-Börse droht damit weiter der schwärzeste Dezember seit 1931 in Zeiten der damaligen Weltwirtschaftskrise. (Reuters)

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Der US-Aktienmarkt hat am Montag trotz Beschwichtigungsversuchen aus Washington seine jüngste Talfahrt ungebremst fortgesetzt. Der Dow Jones Industrial sackte unter 22'000 Punkte ab und verlor zum Schluss des verkürzten Handelstages 2,91 Prozent auf 21'792 Zähler. Marktteilnehmer berichteten über ein für Heiligabend ungewöhnlich schwankungs- und volumenreiches Geschäft.

US-Finanzminister Steven Mnuchin hatte am Sonntag noch versucht, die Märkte zu beruhigen. Trump habe nicht die Absicht, Notenbankchef Jerome Powell zu entlassen, hatte der Politiker gesagt. Er habe zudem mit den Chefs der sechs grössten US-Banken telefoniert, die ihm erklärt hätten, dass sie über ausreichend Liquidität verfügten. Letzteres habe am Mark entgegen den Absichten des Ministers die Unruhe noch verstärkt, sagten Händler.

Schwärzester Dezember seit 1931 droht

Der teilweise Stillstand der Regierungsgeschäfte in den USA belastete ebenfalls die Stimmung. Dieser könnte sich nach Einschätzung des Weissen Hauses über Weihnachten bis ins neue Jahr hinziehen.

Der Markt fürchte, dass sich dies negativ auf die ohnehin schon eingetrübten Konjunkturerwartungen auswirke, hiess es von Experten. Frische Wirtschaftsdaten standen an Heiligabend nicht zur Veröffentlichung an.

Der marktbreite S&P 500 sank um 2,71 Prozent auf 2351 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 fiel um 2,43 Prozent auf 5899 Zähler.

Der US-Börse droht damit weiter der schwärzeste Dezember seit 1931 in Zeiten der damaligen Weltwirtschaftskrise. Der Dow hat seit Anfang Oktober rund 18 Prozent verloren, der breiter gefasst S&P 500 seit Mitte September rund 20 Prozent und die Nasdaq seit Ende August knapp 25 Prozent.

Minus 5 Prozent in Tokio

Nach dem erneuten Ausverkauf an der Wall Street sind am Dienstag auch die japanischen Aktienmärkte schwer unter Druck geraten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss 5,01 Prozent im Minus bei 19'155 Punkten. Zwischenzeitlich war er bis auf 19'117 Stellen abgesackt - den tiefsten Stand seit April 2017.

Der Nikkei verlor am Weihnachtstag über 1000 Punkte. (AP)

«Negative Gefühle sind an die Stelle von Logik getreten», sagte Takashi Hiroki, Chefstratege bei Monex Securities in Tokio. «Ein Drittel der Verkäufe wird von Panik ausgelöst, ein weiteres Drittel durch Verlustbegrenzungen und das verbliebene Drittel durch Spekulanten, die versuchen, aus der Marktschwäche Profit zu ziehen.» Die Entwicklung sei vor allem auf die Schwäche des US-Marktes zurückzuführen.

Auch in China im Minus

Auch in China schlossen die Börsen im Minus; in Shanghai und Shenzhen gaben die Kurse zunächst stark nach, erholten sich im Tagesverlauf dann etwas und endeten bei knapp einem Prozent im Minus.

In anderen Regionen Asiens waren die Börsen am Dienstag wegen Weihnachten geschlossen.


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(anf/Reuters)

Erstellt: 25.12.2018, 09:32 Uhr

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